Wolfgang Abendroth

Wolfgang Abendroth. Gesammelte Schriften, Band 1

1926 - 1948
Cover: Wolfgang Abendroth. Gesammelte Schriften, Band 1
Offizin Verlag, Hannover 2006
ISBN 9783930345496
Gebunden, 600 Seiten, 34,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Michael Buckmiller, Joachim Perels und Uli Schöler. Der erste Band nimmt eine Sonderstellung ein: er enthält keine Auswahl, sondern umfasst sämtliche Publikationen zwischen 1926 und 1948, seiner ersten nachweisbaren Veröffentlichung und dem Zeitpunkt seiner Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone. Der Zeitrahmen mit 22 Jahren erscheint groß, aber neben dem günstigen Umstand, dass dieser Band den vorgesehenen Umfang einhält, sprechen auch sachliche Gesichtpunkte für die Vollständigkeit. Zunächst stehen die in diese Periode fallende Dissertation und Habilitation Abendroths zu völkerrechtlichen Themen im Zentrum, und werden damit - auch bezogen auf die Geschichte der Bundesrepublik - erstmalig einem größeren Publikum wieder zugänglich gemacht. Für fast alle übrigen Texte gilt, dass auch sie erstmalig für eine wissenschaftliche wie politische Auseinandersetzung zur Verfügung stehen, da sie in der Forschung und Rezeptionsgeschichte kaum wahrgenommen und interpretiert wurden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.02.2007

Ein gelungener Auftakt der "Gesammelten Schriften" von Wolfgang Abendroth, gibt Urs Müller-Plantenberg zu Protokoll. Die Herausgeber haben "sehr sorgfältig" gearbeitet, und auch die Einleitung weiß durch Kompetenz zu gefallen. Neben der juristischen Dissertation, die den größten Teil des Bandes ausmacht und den Sozialisten Abendroth als Kenner des Völkerrechts ausweist, überzeugen den Rezensenten auch die anderen frühen Texte. Darin geht es um die Entwicklung der Sowjetunion, der Sozialdemokratie oder der deutschen Jugendbewegung. Alles mit dem kritischen und wachen Geist geschrieben, der Abendroth für den Rezensenten zum Musterexemplar eines "dialektischen Geradeausdenkers" macht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.06.2006

Rezensent Rudolf Walter lobt die "sorgfältige" Edition der nun mit dem ersten Band vorliegenden "Gesammelten Schriften" Wolfgang Abendroths. Der erste Teil enthalte die bisher unbekannten frühen politischen Schriften des Studenten, während der zweite Teil Abendroths Veröffentlichungen aus seiner kurzen Zeit als Assessor und später Professor in der SBZ dokumentiere. Die frühen Texte, so der Rezensent, seien zwar rechtschaffen marxistisch, aber doch nie propagandistisch engstirnig. Den Stalinismus beispielsweise habe er schon 1928 als "Bürokratenideologie" kritisiert. In der SBZ habe sich Abendroth gleichfalls sehr schnell gegen den Mainstream gewandt, wenn er unter anderem für eine unabhängige Justiz plädierte. Im Dezember 1948 sei Wolfgang Abendroth schließlich nach Westberlin geflohen, wo er, so der Rezensent in seiner Würdigung, seine Karriere als "Oppositioneller" von gleich drei Regimes fortgesetzt hat.
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