William Trevor

Tod des Professors

Erzählungen
Cover: Tod des Professors
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2007
ISBN 9783455077773
Gebunden, 271 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Während Vanessa Ormston ihrem Mann das Frühstück macht, sieht sie mit Entsetzen einen Nachruf auf ihn in der Morgenzeitung. Sie ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, ihm die Schmach dieses schlechten Scherzes zu ersparen, und dem Bedürfnis, ihn vor der drohenden Häme seiner Professorenkollegen zu warnen. Es sind Konflikte wie dieser, die William Trevor in seinen Geschichten beschreibt: Momentaufnahmen außergewöhnlicher Situationen und Gefühle, die er mit sparsamen literarischen Mitteln auszudrücken weiß.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2008

Erfreut zeigt sich Angela Schader über die neuen Erzählungen des irischen Erzählers William Trevor, der im Mai 80 Jahre wird. Der Autor bewegt sich bei den Geschichten dieses Bands ihres Erachtens auf "vertrautem Terrain", findet sie doch neben klassischen irischen Themen auch andere bekannte Motive Trevors wieder. "Klassisch" erscheinen ihr auch die Erzählungen selbst, was in Trevors Fall für sie auch heißt, dass sie oft gegenwartsentrückt wirken. Als Beispiele nennt sie hier die Erzählungen über einen betagten Pfarrer und über irische Bauern, die Junggesellen bleiben werden, weil keine Frau mehr willens ist, das karge Landleben mit ihnen zu teilen. Schader unterstreicht, dass in dem Band auch die "sinistren Kammerspiele" nicht fehlen, die als Spezialität des Autors gelten. Hier erweist sich Trevor in ihren Augen wieder einmal als Meister raffinierter Arrangements. Besonders lobt sie in diesem Zusammenhang die Titelgeschichte "Tod des Professors", der einen Trevorschen Helden "reinsten Wassers" vorstellt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.01.2008

Nichts für Schnellleser, sondern eher ein Fall für Genießer sind die neuen Erzählungen dieses "großen alten Herrn der irischen Literatur" aus Sicht von Rezensentin Eva Menasse. William Trevors Erzählungen, die ihre Wirkungen und Atmosphären ebenso langsam wie irritierend entfalten würden, klängen nämlich in der Nacherzählung oft spektakulärer als im Original. Deren Erschütterungen dann aber, wenn man die Rezensentin richtig versteht, umso nachhaltiger sind. Hier würden ungeheuerliche Geschichten absolut unschriftstellerisch erzählt. Und gerade dies ist die Qualität dieser gelassenen Prosa, die aus dem "vermeintlichen Herrn Nebenbei" für die Rezensentin einen literarischen Giganten macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2007

Rezensent Ulrich Baron ist beeindruckt von der Tiefgründigkeit von William Trevors Geschichten. Große Geschichte, die man leicht zu einem Roman auswalzen könnte, werden kurz und in vordergründig " schlicht anmutender? Gestalt präsentiert, worin Baron Trevors geradezu zu "Meisterschaft" aufsteigen sieht. Tonfall und Inhalt sind dabei sehr vielschichtig. Eine Geschichte hätte nach Barons Meinung das Zeug zu einer "ausufernden Campus-Satire", bei einer anderen geht es auf ganz unspöttische Weise um Marienerscheinungen. Baron ist von den Geschichten derart angetan, dass er in seiner Besprechung etliche von ihnen kurz umreißt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2007

Maria Frise zeigt sich begeistert von den neuen Erzählungen des irischen Künstlers und Schriftstellers William Trevor. Nicht nur die Titelerzählung "Tod des Professors" konnte sie überzeugen, auch die kurze Erzählung "Zu dritt" um einen ungesühnten Mord erzähle der Autor "fast unerträglich spannend". Besonders die Schlusssätze der rund ein Dutzend Erzählungen lassen die Rezensentin ins Schwärmen geraten: "Man könnte sie sammeln und hätte einen seltenen Schatz voller Weisheit." Zudem setze sich der irische Protestant Trevor "ohne militant zu sein" mit den Konflikten seines Landes auseinander. Das Vergehen der Zeit, in dem die Rezensentin ein zentrales Thema seines Werkes erkennt, verstehe er hingegen "mit leiser Melancholie" zu beschreiben. Den Vergleich mit Tschechow habe Trevor jedenfalls nicht nötig, so die glückliche Rezensentin, Trevor sei selbst "einzigartig".
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