Aufgrund neu erschlossener Briefe und Dokumente wird die Lebensgeschichte eines Mannes enthüllt, der in jugendlichem Überschwang das Zürcher Fraumünster abreißen wollte, seine Stieftante schwängerte, von Kaiser Franz Joseph I. einen Orden erhielt und nach Vollendung des Bundeshauses dennoch tief verbittert starb. Zum ersten Mal wird ausführlich die wechselvolle, an Ränkespielen und politischen Konflikten nicht arme Entstehungsgeschichte des Schweizer Parlamentsgebäudes dargestellt. Das reich bebilderte Buch enthält einen umfangreichen wissenschaftlichen Apparat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2002
Hans Wilhelm Auers Leben (1847 bis 1906), Architekt des berühmten Schweizer Bundeshauses, muss von "Triumph und Verbitterung" gekennzeichnet gewesen sein, hat der Rezensent "rah" der "romanhaften Biografie" des Semper-Schülers Andreas Müller, die dieser zum 100-jährigen Bestehen des Bundeshauses verfasst hat, entnommen. In seiner kurzen Besprechung kommt "rah" zu dem Schluss, dass Müller wohl den Hang des Architekten zur "Verzettelung" möglichst gut dokumentieren wollte, dabei jedoch diesem Makel selbst erlegen ist. Vieles aus Auers Leben werde durch die Fülle an Informationen und eingestreuten Anekdoten mehr verschleiert, denn erhellt. Zwar könne der Autor einen beeindruckenden Fußnotenapparat vorweisen, mancher "Nebenschauplatz" gebe auch "Einblicke" in den "schwierigen Charakter" des Architekten, jedoch, kritisiert der Rezensent, die "fiktiven Dialoge" hätte sich Müller besser sparen sollen.
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