Mit 10 Abbildungen. Eine Studie über die Zensur im 18. Jahrhundert und die Korrelationen von Aufklärung und Zensur. Der Sammelband ist von grundsätzlicher Bedeutung für die interdisziplinäre Aufklärungsforschung und erhellt erstmals Geschichte, Theorie und Praxis der Zensur im 18. Jahrhundert. Schwerpunkte in den Analysen sind die fortschreitende Institutionalisierung der Zensur, ihre normenkonstituierende Funktion, die öffentliche Debatte über Meinungs- und Pressefreiheit seit etwa 1770, die Akteure des Zensurprozesses, das Verhältnis von Literaturkritik und informeller Zensur, konfessionelle Leitdifferenzen, regionale Besonderheiten und interkulturelle Wirkungen und schließlich die mittel- und langfristigen Entwicklungen und strukturellen Aspekte der Zensur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2007
Sehr aufschlussreich findet der Rezensent Caspar Hirschi diesen zwanzig Beiträge umfassenden Sammelband. Dem Plädoyer der Herausgeber für einen juristisch engen Zensurbegriff schließt er sich an, lobt zugleich aber die inhaltliche Offenheit, die dann auch den Blick auf subtilere Verschweige- und Unterdrückungsmaßnahmen gestattet. Hirschi erwähnt unter anderem Texte von Martin Papenheim über die "katholische Zensur im Alten Reich" und Ernst Fischers Studie, die aufzeigt, wie Zensurmaßnahmen erst durch Schmuggel, dann durch stillschweigende Toleranz der Zensoren aufgeweicht wurden. Erstaunlich scheint dem Rezensenten allerdings, dass England in den versammelten Aufsätzen kaum vorkommt. Gerade hier, meint er, wäre ein Pragmatismus zu entdecken gewesen, der zu einer im Rest Europas so nicht zu beobachtenden "Liaison von Kultur und Kommerz" führte.
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