"O Rede, die du Herzen lenkst, die Welt regierst!" So schwärmt ein antiker Tragiker. Das geniale Volk der Griechen hat die Kunst der Rhetorik geradezu erfunden. Die Römer haben sie perfektioniert, und die Neuzeit hat fast nur noch ein paar neue Modewörter für längst bekannte Techniken erfunden. Wilfried Stroh erzählt die Geschichte der Redekunst in ihrer Hochzeit, der Antike. Er berichtet von berühmten Rednern wie Gorgias oder Lysias und besonders von Cicero, an dem sich alle späteren messen mussten. Er beschreibt den Streit zwischen Isokrates und Platon, den Vertretern des rhetorischen und des philosophischen Bildungsideals, und erzählt von Demosthenes, der trotz einer Sprechbehinderung Athens größter Redner wurde. Aus den Biografien dieser Männer und der Interpretation ihrer Reden entsteht ein faszinierendes Bild der antiken Lebenswelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2010
Mit großem Gewinn hat Wolfgang Schuller Wilfried Strohs praktikables Nachschlagewerk zum Thema Rhetorik gelesen. Nicht nur interessierten Laien, auch der Fachwelt empfiehlt er den fußnotenstarken Band. Strohs theoretische Grundlegung der Rhetorik und seine praktischen Beispiele geben laut Schuller einen Eindruck von der paradoxen Verfasstheit des Buches. Ernst und auch amüsant, gelehrt und doch allgemeinverständlich führe Stroh durch die gesamte Antike, berichte von den schriftlich erhaltenen Reden der klassischen Zeit, charakterisiere sämtliche Redner und Philosophen, lobt Schuller. Und dass niemand den Band von vorn bis hinten durchzulesen braucht, sondern jeder ganz bequem mittels des "vorzüglichen Registers" nachschlagen und dabei stets durch eine wahre Schule des Redens gehen kann, bereitet dem Rezensenten Freude.
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