Städte - vielfach als machtvolle Akteure und "Motoren der Entwicklung" bezeichnet - sind im Kontext fortschreitender Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung einem immer dichter werdenden Netz externer Zwänge und Vorgaben und einem weitreichenden Veränderungsschub ausgesetzt. Diese Veränderungen betreffen alle kommunalen Bereiche: von Wirtschafts- über Sozial- und Siedlungsstruktur bis zur politisch-administrativen Organisation. Gleichzeitig werden Handlungsspielräume und Kompetenzen von Städten immer stärker eingeschränkt, kommunale Politiken und Strategien als Folge steigenden Wettbewerbsdrucks zunehmend durch den Mainstream der Angebotsorientierung bestimmt. Sind Städte unter diesen Bedingungen noch machtvolle Akteure oder sind sie kaum mehr als machtlos Getriebene? Können sie in die aktuellen Herausforderungen steuernd und kontrollierend eingreifen oder bedarf es eines tiefgreifenden Paradigmenwechsels, der nicht allein die kommunale Ebene, sondern alle kommunal relevanten Akteure einbezieht? Mit dieser Umbruchsituation und den damit zusammenhängenden Fragen setzt sich der Band in konziser und pointierter Form auseinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.08.2015
Joachim Hirsch wünscht sich eine breite Diskussion über den sozialen Auftrag der Städte. Das Buch von Werner Heinz scheint ihm dafür einen wichtigen Beitrag zu leisten. Auch wenn der Autor, wie Hirsch schreibt, wenig Ansätze für einen Paradigmenwechsel der Stadtpolitik weg von neoliberalen Zwängen, hin zu einer der sozialen Spaltung und Ungleichheit entgegenwirkenden alternativen Kommunalpolitik erkennen kann, das Buch immerhin bietet laut Rezensent umfangreiche Materialerhebungen und anschauliche wie informative Analysen zur Entwicklung, zum Stand der Dinge und zu einer möglichen Zukunft jenseits der "Wettbewerbsstadt". Einige Redundanzen und fehlerhafte Kapitelnummerierungen sind dem Rezensenten aufgefallen.
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