Herausgegeben von Friedrich Haufe, Vincent Sauer, Gregor Schliep und Friedrich Weber-Steinhaus . Ausgehend von dem kleinen Bild "Kreuz an der Ostsee" entwickelt Werner Busch eine Interpretation der Malerei Caspar David Friedrichs, die sich nicht einfügt in das Klischee einer Rationalität und Naturwissenschaft verneinenden, allein gefühlsbetonten, sich zurücksehnenden Romantik: "Es spiegelt sich in der Leugnung der mathematischen Grundlagen der Bilder Friedrichs ein verbreitetes Missverständnis der Romantik, als müsse sich, um romantische Gefühle aufrufen zu können, der Künstler selbst romantischer Gefühligkeit hingeben." Werner Busch, der als renommierter Friedrich-Forscher an den geplanten Ausstellungen in Berlin und Dresden beteiligt ist, zeigt, wie sehr die Romantik von Empirie und Rationalität durchdrungen war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2023
Rezensentin Rose-Maria Gropp gibt zu, dass die Lektüre des Buches von Werner Busch dazu verleiten könnte, Friedrichs Gemälde nach mathematischen Gesetzen "abzugrasen" und darüber den Gesamteindruck zu vernachlässigen. Aufschlussreich aber findet sie dennoch, was der Friedrich-Kenner Busch hier darlegt: die geometrische Ordnung der Werke Friedrichs. Von mathematischen Figuren wie Kegel und Ellipse berichtet der Autor laut Gropp und erklärt, inwieweit dahinter nichtsdestoweniger auch eine religiöse Dimension steckt. Dass der Autor dabei auch den kunst- und ideengeschichtlichen Backround durchaus gründlich ausleuchtet, gefällt der Rezensentin.
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