Aus dem Amerikanischen von Christian Quatmann. Wer in den USA über Ökologie nachdenkt, kennt Wendell Berry. Er gilt als großer Vordenker der Umweltbewegung in Amerika und ist bis heute eine zentrale Figur in der Auseinandersetzung mit den Auswüchsen industrialisierter Landwirtschaft und globalisierter Ökonomie. Was an Wendell Berrys Denken fasziniert, ist die besondere, in seiner eigenen Lebensführung begründete Perspektive. Aufgewachsen auf der elterlichen Farm in Kentucky und bis heute selbst Farmer, ist er fest verwurzelt in der traditionellen Landwirtschaft. Gleichzeitig ist er Professor für Literaturwissenschaft und Autor von Essays, Lyrik und Romanen. Berrys Engagement - als Landwirt, als Schriftsteller und Umweltaktivist - gilt einer landwirtschaftlichen Kultur, die ökologischen Landbau mit kleinbäuerlichen Strukturen und ökonomischem Regionalismus verbindet. Das macht ihn zu einem entschiedenen Gegner des Agrobusiness. Die Folgen industrieller Bewirtschaftung sind in Berrys Augen eine weitreichende kulturelle Verarmung und die Vernichtung ganzer Kulturlandschaften.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2019
Rezensent Martin Zähringer lernt einiges aus den Essays des 1934 geborenen amerikanischen Farmers, Umweltaktivisten und Publizisten Wendell Berry. Wenn der Autor seine politische Ökologie anhand von Beispielen aus seiner Heimat Kentucky entwickelt, gegen die Agroindustrie anschreibt und für Subsistenz wirbt, wirken für Zähringer nicht zuletzt die rhetorischen Spitzen und dialogischen Pointen, die der Autor aus Gesprächen mit Biologen und Agroökonomen bezieht. Ein bisschen Kitsch krönt Berrys konservativen Kulturbegriff hier und da, warnt der Rezensent, im Ganzen aber scheint ihm der Autor die Balance zu halten zwischen Natur und Technik. Editorisch problematisch findet Zähringer den Verzicht einer Kontextualisierung von Berrys Gedanken in seiner Zeit.
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