Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer. Mit 45 Abbildungen. Ungleichheit wird immer mehr zu einem Problem - weltweit! Führende Wirtschaftswissenschaftler fordern Reformen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern. Wie aber lässt sich soziale Gerechtigkeit erreichen?
Der Stanford-Historiker und Altertumswissenschaftler Walter Scheidel untersucht die Ursachen für soziale Gegensätze über drei Jahrtausende und kommt zu dem eindeutigen Schluss: Eine friedliche Senkung der Ungleichheit gab es in der Geschichte bisher nicht! Einzig Kriege und Katastrophen führten zu einem sozialen Ausgleich. Seit 1970 sind die Reichen reicher, die Armen ärmer geworden. Wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen, sonst sind wir nicht weit entfernt von Krieg und Frieden - historisch gesehen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.01.2019
Recht kursorisch fällt Hans von Trothas Lektüre dieses Wälzers aus, in dem der Historiker Walter Scheidel eine große These durch alle Epochen der Menschheitsgeschichte hindurch dekliniert: Die soziale Ungleichheit habe immer nur nach Kriegen, Pandemien, Staatsversagen oder Revolutionen abgenommen. In der Einleitung sieht der Rezensent Materiallage und Methodik "vorbildlich" durchgeführt, im Schlusskapitel gewährt ihm der Autor immerhin einen offenen Ausblick auf die Zukunft. Dazwischen? "650 Seiten Gewalt und Elend".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2018
Der Stanford-Historiker Walter Scheidel beschreibt ökonomisch-soziale Ungleichheit als grundsätzlichen Bestandteil menschlicher Gesellschaften, der nur durch katastrophale Ereignisse kurzzeitig gemildert wurde, erzählt Rezensent Urs Hafner. Der Autor prophezeie, dass die soziale Schere in Europa künftig immer weiter auseinanderklaffe, da weder große Kriege noch verheerende Pandemien oder totale Staatsversagen bald zu erwarten seien, so der Rezensent. Zwar fand Hafner Scheidels Methodik seriös und bedächtig, allerdings hat Scheidel es seiner Meinung nach versäumt, das Konzept der "sozialen Ungerechtigkeit" zu definieren und zu hinterfragen, ab wann sie überhaupt problematisch sei. So kann der Rezensent den Nutzen der eigentlich "gründlichen" Analyse nicht erkennen.
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