Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Bertram. Der Extremismus ist auf dem Vormarsch in Europa und den USA. Lassen sich westliche Demokratien in eine Spirale der Wut ziehen, die sowohl Islamisten als auch Rechtsradikalen zugute kommt? Julia Ebner beschäftigt sich länderübergreifend mit Gruppierungen unterschiedlicher Ausrichtung. Mit gezielten Undercover-Recherchen und Gesprächen mit Radikalen beider Seiten zeigt sie, wie sich die Strategien von Islamismus und Rechtsradikalismus wechselseitig ergänzen und verstärken. Mit hetzerischer Rhetorik - online wie offline - schüren sie Hass und treiben einen Keil in die Gesellschaft: die eigene Gruppe wird zum Opfer, die andere zum Feind. Wird dadurch der von beiden Seiten als "unvermeidbar" propagierte Krieg zwischen dem Islam und dem Westen zur realen Gefahr? Die Autorin geht den Ursachen der wechselseitigen Radikalisierung auf den Grund und zeigt, wie Extremisten Angst, Verunsicherung und Wut instrumentalisieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2018

Justus Bender erfährt von der Extremismusforscherin Julia Ebner, welche Sehnsüchte hinter Islamismus und Rechtsextremismus stecken. Die Wesensverwandtschaft zwischen beiden belegt die Autorin laut Rezensent anhand von persönlichen Begegnungen. So glaubten beide, dass es nur einen Islam gebe und dieser sich im Krieg mit dem Westen befinde. Stark scheinen Bender die Belege und gut die Gedanken im Buch, etwa den, dass eine Überreaktion auf die islamische Bedrohung durch Rechtsextremismus dem Kalkül der Terroristen entspricht. Auch Ebners Analysen zur Konjunktur des Extremismus findet Bender interessant.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.03.2018

Rezensentin Barbara Junge lernt aus dem Buch Julia Ebners, wie sie sich Islamisten und Rechtsextreme gegenseitig anstacheln und hochschaukeln.  Manchmal wird ihr das zu detailreich, aber wichtiger als das ist ihr ohnehin Ebners Aufgreifen der Huntingtonschen These vom "Kampf der Kulturen". Auch die Autorin sieht einen "globalen Kulturkrieg" heraufziehen, so die Rezensentin. Doch macht Ebner zu Junges Erleichterung dafür nicht die Linke verantwortlich, sondern einen allzu rüden Kapitalismus, der mit Bankenkrise und Globalisierung geradezu erst in die Wut, dann in die "überbetonung" einer Minderheitenidentität und schließlich in den Extremismus treibt. Für Junge ein Ansatz, der eine politische Debatte wert ist.