Städtisches Wohnen ist seit dem 19. Jahrhundert in fast ganz Europa zur dominanten Wohnform geworden. Um 1500 dürften im Gebiet des heutigen Deutschland nur 15 bis 20 Prozent der Bewohner in Städten gelebt haben, in Italien und den südlichen Niederlanden sowie Teilen Belgiens lag der Anteil der Stadtbewohner ungleich höher, in Skandinavien und im Osten dagegen nochmals niedriger. Und doch: In den mittelalterlichen Städten liegen die Wurzeln des modernen Europa. Hier gelangte ein selbstbewusstes Bürgertum zu politischer Macht und Autonomie, der Handel blühte auf, Schulen und Universitäten wurden gegründet, prachtvolle Rathäuser und mächtige Kathedralen wuchsen in den Himmel. Bernd Fuhrmann beleuchtet in diesem Band den beispiellosen Aufstieg der europäischen Städte von 500 bis 1500. Anhand städtischer Zentren wie Trier, Köln, Augsburg, Nürnberg, Wien, Basel, Venedig und Rom erzählt er, wie sich Handel und Wandel, das Leben der Menschen in den Städten entwickelten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2015
Viele Leser wünscht Hans-Albrecht Koch diesem Buch des Mediävisten Bernd Fuhrmann. Wer sich fürs Mittelalter interessiert, versichert der Rezensent, der findet hier einen eingängigen, mit viel Bildmaterial gestützten Text über die Überbleibsel mittelalterlicher Städte in Europa. Das Hintergrundwissen liefert der Autor gleich mit, meint Koch, vor allem wirtschaftsgeschichtliche Zusammenhänge betreffend. So erfährt der Rezensent Aufschlussreiches über den venezianischen Seehandel, Kaufmannsstädte, Städtenetze oder auch infrastrukturelle Einzelheiten, Hygiene, Ernährung etc.
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