Zu Land und zu Wasser entwickelten sich nach und nach die Beziehungen
des Menschen über ganz Eurasien. Der britische Archäologe Barry Cunliffe
führt uns mit "Zehntausend Jahre" die Wurzeln unserers Kontinents und unserer
globalisierten Welt vor Augen. Im Fokus steht die größte Landmasse unserer Erde - Eurasien - und ihre Entwicklung von den ersten sesshaften Menschen 9000 v.Chr. bis zum mongolischen Reich im 13 Jh. n.Chr. Dabei kartiert der Autor die Entwicklung der europäischen, vorderasiatischen und chinesischen Zivilisationen und deren wachsende Verbindungen über den Indischen Ozean, die Seidenstraße und durch die eurasische Steppe. Es ist aber nicht nur die Geschichte, wie sich Eurasien und die Menschen entwickelten, sondern auch wie Reiche entstanden und zerfielen, von der Ausweitung von (Handels-)Beziehungen und dem Verhältnis zwischen ortsfesten Bauern und mobilen Kämpfern, sowie deren Umwelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2017
Ein "Meilenstein" ist Barry Cunliffes Geschichte des eurasischen Kontinents leider nicht, meint Rezensent Andreas Kilb. Zwar liest der Kritiker in der Studie des britischen Archäologen interessiert nach, wie durch den Handel auf den Steppenrouten der Aufstieg von Bauerndörfern zu Metropolen und die Machtverschiebung von Osten nach Westen gefördert wurde. Auch die sorgfältige Recherche und die reichhaltige Bebilderung rechnet Kilb Cunliffe hoch an. Leider vermisst der Rezensent im Verlauf der Lektüre aber nicht nur griffige Thesen und couragierte Schlüsse, sondern auch Ausblicke, die über den Bereich der klassischen Archäologie hinausgehen. Und so bleibt der Kritiker mit einigen inspirierenden Einsichten, aber auch vielen Gemeinplätzen zurück.
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