Aus dem Englischen von Karin Schuler und anderen. Der Pomp sowjetischer Militärparaden vergangen. Die Eroberungen stolzer westgotischer Könige längst vergessen. Die Wappen deutscher Herzöge im Strudel der Geschichte verschwunden. Zusammengebrochen, verloren, für alle Zeiten von der politischen Landkarte Europas radiert. Die Geschichte Europas ist auch eine Geschichte verschwundener Reiche. Das stolze Alt Clud, heute ein heruntergekommener Landstrich in Schottland, das sagenumwobene Burgund oder das preußische Kernland der Prussen, im 12. Jahrhundert eine terra incognita, aber im Verlauf der Geschichte einer der einflussreichsten Staaten Europas: Norman Davies spürte 15 solcher Reiche vor Ort und in bisher vernachlässigten Quellen nach.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2013
Burkhard Müller warnt den Leser: Dieser Wälzer macht süchtig. Und zwar nach einem Geschichtsbild, in dem nicht alles dem Fortschritt und dem Weltgeist unterworfen ist, wie Müller erklärt. Dass die Geschichte Europas voll von Zufällen ist, dass uns ihr östlicher Teil viel zu wenig angeht, dass Burgund mehr bedeutet als Wein - all das lernt der Rezensent auf über 1000 Seiten. Und wenn ihn das Buch manchmal an Fantasy erinnert, holen ihn die von Norman Davies sorgfältig recherchierten Fakten wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Was Müller hier liest, ist echt. Leider auch einige Druck- und Sachfehler.
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