Die Gülen-Bewegung zählt zu den einflussreichsten islamischen Bewegungen. In Deutschland und anderen westlichen Demokratien setzt sie auf Integration durch Bildung und Dialog. Kritiker werfen ihr allerdings vor, eine unterschwellige islamistische Agenda zu vertreten. Dieser Sammelband informiert über gesellschaftliche und religiöse Positionen von Fethullah Gülen sowie über Strukturen und Aktivitäten der Gülen-Bewegung in Deutschland auf dem Weg zu einer islamisch-europäischen Identität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.11.2010
"Durchaus lesenswert" scheint Elisabeth Kiderlen dieser von Walter Homolka herausgegebene Sammelband über die Gülen-Bewegung, die den Islam durch Bildung reformieren will und dazu in vielen Ländern private Kindergärten und Schulen betreibt. Die Autoren des Bandes, der aus einer Tagung über die Arbeit der Bewegung hervorgegangen ist, stehen ihres Erachtens für den jüdisch-christlich-islamischen Dialog und haben überwiegend eine wertkonservative Ausrichtung. Kiderlen findet weniger den Aspekt der Erneuerung des Islams durch die Gülen-Bewegung interessant, als vielmehr deren Akzeptanz der säkularen Gesellschaft. Die einzelnen Beiträge befassen sich laut Rezensentin mit Themen wie der muslimischen Integration in Deutschland, der Auflösung des Widerspruchs zwischen islamischer und europäischer Rechtskultur, der Verantwortung der Muslime in der Wirtschaft, ihrem Verhältnis zur Demokratie usw. Dass von den elf Beiträgen nur ein einziger von einer Frau verfasst wurde, passt für Kiderlen allerdings nicht zur westlichen Moderne.
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