Walter Eucken

Ordnungspolitik

Band 1
Cover: Ordnungspolitik
LIT Verlag, Münster 1999
ISBN 9783825840563
Gebunden, 96 Seiten, 12,68 EUR

Klappentext

Der Band Ordnungspolitik enthält bisher unveröffentlichte Texte von Walter Eucken, der als geistiger Vater der sozialen Marktwirtschaft gilt. Es handelt sich um Gutachten die Eucken nach 1945 für die Alliierten entworfen hat. Euckens Ordoliberalismus wird seit Ludwig Erhard von allen Bundesregierungen in Anspruch genommen. Doch Walter Eucken strebte eine andere Wirtschaftsordnung an. Er entwarf - heute in der Krise der Globalisierung hochaktuell - eine Marktwirtschaft ohne Konzernmacht. Mit einem Nachwort über Werk, Leben und Aktualität Walter Euckens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.10.2000

Mit Interesse nimmt Reinhard Blomert die Studie des Autors zur Kenntnis, den er als "Radikalliberalen" charakterisiert. Eucken vertrete in dem "Auftragsgutachten" die These vom "Ordoliberalismus", die besagt, dass eine Wirtschaftsordnung gebraucht wird, die die "Marktmacht" einschränkt, um die freie Konkurrenz zu ermöglichen. Der Rezensent stimmt dem Herausgeber zu, der in seinem Nachwort zu dem Buch bemängelt, dass die "Liberalen" von heute das "Grundproblem des Zeitalters der Globalisierung" nicht erkennen, denn es sei nicht möglich, den Wirtschaftsprozess durch das Preissystem zu steuern. Allerdings findet er, dass Oswald die Gemeinsamkeiten Euckens mit Vertretern der "Antimonopolbewegung", den "Antitrustbewegungen" und der "Verbraucherschutzbewegung" zu hoch ansetzt, denn seiner Ansicht nach berücksichtigt der Herausgeber Euckens Besorgnis, die Freiheit des Einzelnen könne durch private Marktmacht eingeschränkt werden, nicht genug. Dies lasse sich mit der Angst der Liberalen vor dem "demokratischen Staat" nicht vergleichen, so der Rezensent kritisch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2000

Die Enttäuschung über diesen Band ist der Rezensentin Karen Horn deutlich anzumerken. Zum einen findet sie die drei Texte Euckens "wenig ergiebig", zum anderen machen auch diese Texte nur 58 Seiten des gesamten Buches aus. Richtig verärgert äußert sie sich jedoch über die Anmerkungen und Theorien des Herausgebers und Eucken-Enkels Walter Oswalt, der seinen Vermutungen über "Verschwörung", Missverständnisse und "Heuchelei" in der Eucken-Rezeption hier Ausdruck verleihe. Sie kritisiert vehement, dass Oswalt bei einer besonders unglaubwürdigen Behauptung seinerseits, bei der er sich angeblich auf ein Zitat Euckens bezieht, auf den Abdruck des entsprechenden Quellentextes verzichtet. Ihr Rat lautet daher, sich bei der Lektüre dieses Bandes auf die Texte Euckens zu beschränken.