Die Aufgeregtheit des Publikums angesichts jedes neuen Krieges steht in deutlichem Kontrast zur geringen systematischen Beachtung, die dem Militär gewidmet wird. Volker Heins und Jens Warburg beleuchten den dramatischen Wandel militärischer Institutionen und Praktiken in den Gesellschaften der Gegenwart und stellen Verbindungen her zwischen neuen Berufsbildern und Aufgabenfeldern der Soldaten, der Rolle von Echtzeit-Technologien, des Medienpublikums und seiner Moral sowie veränderter Geschlechterverhältnisse. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob wir in einem soziologisch genauen Sinne in einer nach-militärischen Gesellschaft leben oder ob sich lediglich das Gesicht dessen, was lange Zeit als "Militarismus" kritisiert worden ist, verändert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2005
Das Militärische hat etwas Anrüchiges, auch in der Soziologie, weshalb es Christian Hartmann sehr begrüßenswert findet, dass sich ein Politologe und ein Soziologe daran begeben, den tiefgreifenden Wandel zu analysieren, den es im militärisch-zivilisatorischen Bereich seit Ende des Kalten Krieges gegeben hat. Denn die Grenzen zwischen dem Militärischen und dem Zivilen verschwimmen immer mehr, lautet eine der wichtigsten Schlußfolgerungen von Heins/ Warburg, die fragen: Leben wir bereits in einer nachmilitärischen Gesellschaft? Das Autorenteam bietet weit mehr als einen klassischen Überblick über das Forschungsfeld, lobt Hartmann, der ihren Beobachtungen zum gewandelten Selbstverständnis des Militärischen - dazu zählen die "Verpolizeilichung" des militärischen Handelns, die gestiegene Bedeutung des Kriegsrechts, die veränderte Wahrnehmung des Krieges in den Medien, das gewandelte Geschlechterverständnis beim Militär selbst - nicht widersprechen mag, aber diesen Wandel für ein vorläufig sehr "fragiles Gebilde" hält.
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