Volker Heins

Weltbürger und Lokalpatrioten

Eine Einführung in das Thema Nichtregierungsorganisationen
Cover: Weltbürger und Lokalpatrioten
Leske und Budrich Verlag, Leverkusen 2002
ISBN 9783810034236
Broschiert, 240 Seiten, 12,80 EUR

Klappentext

Spektakuläre Aktionen gegen Mineralölkonzerne oder die Welthandelsorganisation haben in jüngster Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit auf Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gelenkt, die heute ähnlich kontrovers diskutiert werden wie früher Bürgerinitiativen oder die neuen sozialen Bewegungen. Die Wahrnehmung der neuen Organisationen folgt dabei einem gespaltenen Muster. Einerseits werden NGOs begrüßt als ein demokratisierendes Element in politischen Entscheidungszusammenhängen, die längst über den Nationalstaat hinaus gewachsen sind; andererseits wiederholen sich Einwände gegen die mangelnde demokratische Legitimation, die wir bereits aus der älteren Kritik an der "Herrschaft der Verbände" kennen. Vor dem Hintergrund dieser Kontroversen ist auffällig, dass große Unklarheit besteht über die Definition, Herkunft und Tragweite des neuen Phänomens. Das Buch schließt diese Lücke durch eine pointierte historische und begriffliche Einführung in das Thema.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.09.2002

Der Politikwissenschaftler Volker Heins hat sich, ärgert sich Ruth Jung, mit dem Thema Nichtregierungsorganisationen wohl nicht wirklich auseinandersetzen wollen. Das Buch von Heins, als Einführung für Politikstudenten gedacht, sei zwar umfangreich, aber trocken akademisch geschrieben und enthalte trotz seines Materialreichtums vieles nicht, schimpft die Rezensentin. Zunächst einmal mache der Autor aus seinem elitären Politikverständnis keinen Hehl und plädiere stark für die repräsentative Demokratie. Die aber will er angesichts weltwirtschaftlicher Entwicklungen im Zuge der Globalisierung nicht so recht in der Krise sehen. Und das sei, ist Jung überzeugt, ein Defizit. Jung jedenfalls schreibt Nichtregierungsorganisationen eine viel gewichtigere Rolle für politische Entscheidungsprozesse zu. Außerdem ärgert sich die Rezensentin, dass der Autor soziologische und politologische Positionen, die den Ursachen der Krise der Demokratie nachspüren, außen vor lasse. Mal abgesehen davon hat die Rezensentin den Eindruck, dass der Autor trotz des jungen Erscheinungstermins seines Bandes neue Netzwerke wie Attac oder die globalisierungskritische Bewegung bewusst ignoriert habe.
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