Vladimir Jankelevitch

Die Musik und das Unaussprechliche

Cover: Die Musik und das Unaussprechliche
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518586921
Gebunden, 268 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. Was ist Musik? Bedeutungslose Unterhaltung oder eine chiffrierte Sprache, die Hieroglyphe eines Mysteriums? Ist ihr Zauber Betrug oder Grundlage einer Weisheit? Das sind die tiefen Fragen, denen der bedeutende französische Philosoph Vladimir Jankélévitch in seinem musikphilosophischen Meisterwerk auf den Grund geht. Erstmals 1961 in Frankreich erschienen, ist es nun in deutscher Übersetzung zu entdecken. In der Musik gibt es für Jankélévitch eine doppelte Komplikation, die metaphysische und moralische Probleme bewirkt: Musik ist zugleich ausdrucksvoll und ausdruckslos, tiefgründig und oberflächlich, sie hat einen Sinn und doch auch keinen. Wie das Leben wird sie in die Zukunft gelebt beziehungsweise gehört, aber in die Vergangenheit hinein verstanden. Jede neue Erfahrung, jeder neue Ton kann das Vorherige in seiner Bedeutung verändern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2016

Rezensent Andreas Mayer versteht gut, dass die Musik keine Sprache ist, aber auch nicht zum Mystizismus taugt, wenn er die Texte des französischen Philosophen Vladimir Jankelevitch liest. Jankelevitchs Einlassungen zu Ravel und Fauré, Mussorgski oder Smetana lassen Mayer von einem Anti-Adorno sprechen, einem "Gegenkanon" zu deutsch-österreichischen Musikschulen. Als Schlüssel zum Gesamtwerk des Autors taugt das kurze Werk laut Mayer, da Musik zu den zentralen Denkmotiven des Autors gehöre, aber auch, weil Jankelevitchs Denken in einer hier gut sichtbaren Verbindung von Gnostik und Drastik, Intellekt und Intuition bestehe. Dieselbe im Ton besser aufzuheben, hat die mit wenig "Mut zur poetischen Freiheit" gesegnete Übersetzung leider größtenteils versäumt, meint Mayer etwas traurig.
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