Aus dem Französischen von Claudia Steinitz und Barbara Heber-Schäfer. Die feministische Streitschrift von Virginie Despentes in neuer Übersetzung.
Gleich zu Beginn ihres autobiografischen Essays stellt Virginie Despentes klar, für wen sie schreibt: für die Unzufriedenen, die Ausgegrenzten, für die, die in keine Schublade passen. Ein wütendes Pamphlet gegen Männlichkeitswahn, das Opferdasein und die Beschränkung des Menschen auf Geschlechter- und Rollenklischees. Außerdem ein Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung, das 'Aus-der-Rolle-Fallen' und für ein - wenn nötig auch radikales - Eintreten für sich selbst.
Rezensent Ulrich Gutmair empfiehlt Virginie Despentes' im französischen Original bereits vor zwölf Jahren erschienene "King Kong Theorie" als Mittel gegen rechten sowie linken Populismus. Nicht nur die Neuen Rechten propagieren alte Geschlechterverhältnisse, auch Männer aus dem "linksliberalen Mainstream" halten Feminismus im Vergleich zu sozialen oder rassistischen Ungerechtigkeiten für eher verzichtbar, resümiert er Despentes' Ausführungen. Wenn ihm Despentes hier jedoch von ihrer Vergewaltigung, ihrer Arbeit als Prostituierte und als Frau im "Spiegel des männlichen herrschenden Blicks" erzählt, sich dabei übrigens nie zum Opfer macht, lernt Gutmair, dass sich in den Geschlechterverhältnissen grundsätzliche gesellschaftliche Verhältnisse spiegeln. Ihren Ausführungen zum Zusammenhang von reaktionären Vorstellungen von Weiblichkeit, Mutterschaft und faschistischen Staaten kann der Kritiker ebenfalls gut folgen.
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