Die großen sozialen Bewegungen von Frauen, die in den siebziger Jahren entstanden, strebten danach, geschlechts-bedingte soziale Ungleichheiten zu überwinden. Mit der Entfaltung dieser neuen Frauenbewegungen wurde im europäischen Kontext eine ganz neue Qualität kollektiver Protestformen erreicht: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist in den westlichen Demokratien die Frauenbewegung, was ihre Dauer, ihre institutionelle Verankerung und ihr Mobilisierungsvermögen angeht, allein mit dem amerikanischen Civil-Rights-Movement vergleichbar. Selbst die 68er Bewegungen weisen keine ähnlich nachhaltige Mobilisierung auf. Wie erklärt sich dieser Erfolg? Kristina Schulz untersucht die Frauenbewegungen in Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland von 1968 bis 1976. Dabei arbeitet sie die länderspezifischen wie auch die länderübergreifenden Faktoren heraus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2003
Zu einem im großen und ganzen positiven Fazit gelangt Kristina Schulz in ihrer Geschichte der Frauenbewegungen in Frankreich und der Bundesrepublik, berichtet Rezensentin Gabriele Metzler. So haben Frauen in den vergangenen dreißig Jahren geschlechtsbedingte Ungleichheiten angeprangert, deren legitimatorische Grundlagen hinterfragt, die überkommene Geschlechterordnung in vielen Bereichen reformiert, neue Handlungsfelder erschlossen, Freiräume erobert und gesellschaftliche Spitzenplätze eingenommen, fasst Metzler zusammen. Den äußert mühsamen Weg der Frauenbewegung dorthin zeichnet Schulz zur Freude der Rezensentin anschaulich nach. Überzeugend dokumentiert Schulz die Beziehungen zwischen den deutschen und französischen Frauenbewegungen, die in ihren nationalen Kontexten allein nicht zu verstehen seien, lobt Metzler. Die Autorin liefert damit einen weiteren Beleg dafür, so die Rezensentin, "dass Zeitgeschichte immer internationale Geschichte ist".
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