Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Rainer G. Schmidt. Stelen: hochaufgerichtete, eine Inschrift tragende Steindenkmäler, auf die man in China allenthalben stößt, an den Straßenrändern, in Tempelhöfen, vor Grabmälern. Die Schriftzeichen darauf: Dekrete des Himmelssohnes, Huldigungen des Herrschers, Hymnen auf das Reich, Preisungen der Lehre. Victor Segalen, der auf seinen Reisen kreuz und quer durch das China der Mandschu-Kaiser das "Reich der Mitte" gerade im Umbruch erlebte, schrieb mit den Stelen seine wichtigste poetische Arbeit, Gedichte, die den Gestus der chinesischen Epigraphen wiederaufnehmen und gleichzeitig unterwandern, ein Kondensat des "chinesischen Denkens". Ein poetisch-ethnologisches Denkmal: 70 Prosagedichte, die den Geist des alten China evozieren, das Reich der Mitte, erfahren durch einen großen Reisenden und Dichter.
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