Verena Lueken

Alles zählt

Roman
Cover: Alles zählt
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2015
ISBN 9783462047974
Gebunden, 208 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Dies ist die Geschichte einer Frau, vor der sich ein Abgrund auftut - und die unerschrocken hineinblickt und dann entschlossen springt. In ihrer Wahlheimat New York, mitten im Sommer in Harlem, trifft sie die Diagnose mit ihrer ganzen Härte: Lungenkrebs, und das nach zwei vermeintlich erfolgreichen Therapien. Was besiegt zu sein schien, ist wieder da, und damit beginnt alles von Neuem, Klinik, Operation, Segen und Fluch des Morphiums. Aus einer willkommenen Auszeit wird ein Kampf um Heilung und Haltung. Sie stellt sich der lebensbedrohlichen Situation allein, lässt ihre Gedanken schweifen und landet immer wieder in der amerikanischen Literatur, in Filmen und der eigenen Vergangenheit. Ihre Rückkehr nach Frankfurt bereitet einen neuen Aufbruch vor: Eine Reise nach Burma zu einem außergewöhnlichen Mann eröffnet eine neue Perspektive.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.11.2015

Verena Luekens autobiografisch geprägter Roman "Alles zählt" hat Rezensentin Meike Fessmann ins Staunen versetzt. Der ruhige, auf jegliche Effekthascherei verzichtende Ton, in dem Lueken hier von ihrer erneuten Krebserkrankung und der anschließenden Therapie erzählt, erinnert die Kritikerin bisweilen an die Prosa James Salters. Beeindruckt liest Fessmann, wie nüchtern und präzise die Autorin in ihrem als Triptychon angelegten Roman von ihren Schmerzen schreibt und dabei Kindheitserinnerungen ebenso gelungen einflicht wie ihre Erfahrungen in New York: So streift die Rezensentin mit der Autorin durch Harlem, beobachtet Lauren Bacall beim Geschirrabtrocknen, erfährt aber auch, wie viele Strapazen ein Mensch auf sich nehmen muss, um sich eine Krebstherapie in den USA leisten zu können.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2015

Lobende Worte hat Rezensent Moritz Scheper für den Roman der FAZ-Feuilletonistin Verena Lueken übrig. "Kapriziös und eigensinnig" würden sich die Gedanken der krebskranken Heldin abwechseln, schreibt Scheper und meint das als Kompliment. Denn zusammenhangslos wirkt der Text auf ihn trotzdem nicht, der Kritiker scheint Luekens erzählerischen Freigeist zu schätzen. Dass der Schauplatz New York und die schwere Krankheit einen autobiografischen Hintergrund haben, ist nicht zu übersehen, so Scheper, dies ermögliche es der Autorin, die Torturen einer missglückten Schmerztherapie "wahrhaftig und intim" zu schildern. Am Ende fange Lueken sogar das Überleben der Heldin ganz ohne Pathos auf, indem sie einen "raffiniert unspektakulären Schlussakkord" setze.
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