Klappentext

Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Zwi Luria, 72 Jahre alt, pensioniert und glücklich verheiratet, hat plötzlich Schwierigkeiten mit der Erinnerung. Aus Versehen holt er fast ein falsches Kind aus dem Kindergarten ab, er kann sich nicht mehr an Vornamen erinnern, er kauft selbstvergessen sechs Kilo Tomaten ein. Dabei sind sie doch nur zu zweit: Er und Dina. Als sich im Kernspin eine winzige Atrophie der Hirnrinde zeigt, ist das ein Schock. Doch dann macht Zwi, ermutigt von Dina, statt einer Reise ins Vergessen eine Reise zu sich selbst. Und überraschend öffnet sich ihm noch einmal das Leben, in dem ein Tunnel und ein kleines palästinensisches Mädchen ins Zentrum rücken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2019

Stefana Sabin sucht die gewohnte Energie des israelischen Altmeisters Abraham B. Yehoshua in diesem Roman vergebens. Die Demenz eines pensionierten Ingenieurs zum Symptom der israelischen Gesellschaft hochzuschreiben, gelingt dem Autor laut Sabin nicht. Zwar ist die Absicht, Familien- und Gegenwartsgeschichte und israelische und palästinensische Lebenswelten aufeinandertreffen zu lassen, für sie erkennbar und damit eine Konstante in Yehoshuas Werk, doch fehlt ihr die Stringenz bei der Umsetzung. Die Handlung findet Sabin nicht spannend, die Figuren zu oberflächlich angelegt.