Mit 550 Abbildungen. Die Diktaturen Europas vor und nach dem Zweiten Weltkrieg sind Teil unserer gemeinsamen europäischen Geschichte. Das Wissen um ihren Aufstieg, ihre oft lange Existenz und ihren Untergang ist heute notwendiger denn je. Die Diktaturen werden aber meist verdrängt, vergessen oder unerträglich vereinfacht bzw. als unerklärlicher Sündenfall der nüchternen Analyse entzogen. Das gilt auch für die Städtebaugeschichtsschreibung. Dort findet der Städtebau der Diktaturen wenig Beachtung und wenn doch, dann oft nur die gigantischen Papierplanungen, die pathologisiert und aus dem internationalen Kontext gelöst werden. Das vorliegende Buch ist inhaltlich wie methodisch anders orientiert: Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Diktaturen Europas erfordert, so die Grundhaltung, von Anfang an eine europäische Sichtweise, eine europäische Kooperation und eine europäische Interpretation. Die Herausgeber bringen hierfür die Erfahrung mit, die sie im Rahmen ihrer Forschungen zum Städtebau unter Stalin, Mussolini und Hitler haben sammeln können. Mit diesem Buch wird erstmals ein Gesamtüberblick über den Städtebau der Diktatur Salazars vorgelegt - ein absolutes Novum im europäischen Raum, wo Portugal bislang nur wenig Interesse fand. Das Buch spannt ein weites Spektrum auf: Es zeigt die rechtlichen und institutionellen Bedingungen wie die konkreten Planungen und Projekte des diktatorischen Städtebaus in Portugal, es verdeutlicht den Städtebau in den beiden großen Städten Lissabon und Porto, aber auch in den kleinen Städten und auf dem Lande. Und es thematisiert den Städtebau der beiden großen Kolonien in der Zeit der Diktatur: Angola und Moçambique.
Rezensent Marcus Woeller kann nie wieder ungetrübt den Blick vom Castelo de Sao Jorge in Lissabon genießen. Nach der Lektüre des Buches von Harald Bodenschatz und Max Welch Guerra sieht er in der Stadt am Tejo überall Salazars Spuren und Fantasiearchitekturen. Dass manche von ihnen sogar Weltkulturerbe geworden sind, wie die Autoren des Bandes Woeller erklären, lässt den Rezensenten staunen, ebenso der Umstand, dass Salazars Bauten weitgehend ungebrochen Eingang ins Lissaboner Stadtbild von heute gefunden haben, wie ihn die Lektüre lehrt. Welche Rolle Stadtplanung und Architektur für den Diktator spielten, haben die Autoren laut Woeller penibel recherchiert. Die Ergebnisse vermittelt der Band auf lehrreiche Weise, findet der Rezensent.
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