Valerie Fritsch

Winters Garten

Roman
Cover: Winters Garten
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518424711
Gebunden, 154 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

"Winters Garten", so heißt die idyllische Kolonie jenseits der Stadt, in der alles üppig wächst und gedeiht, die Pflanzen wie die Tiere, in der die Alten abends geigend auf der Veranda sitzen, die Eltern ihre Säuglinge wiegen und die Hofhunde den Kindern das Blut von den aufgeschlagenen Knien lecken.
"Winters Garten", das ist der Sehnsuchtsort, an den der Vogelzüchter Anton mit seiner Frau Frederike nach Jahren in der Stadt zurückkehrt, als alles in Bewegung gerät und sich wandelt: die Häuser und Straßenzüge verfallen, die wilden Tiere in die Vorgärten und Hinterhöfe eindringen und der Schlaf der Menschen schwer ist von Träumen, in denen das Leben, wie sie es bisher kannten, aufhört zu existieren. Valerie Fritsch erzählt von einer Welt aus den Fugen. Und von zwei Menschen, die sich unsterblich ineinander verlieben, als die Gegenwart nichts mehr verspricht und die Zukunft womöglich ein Traum bleiben muss.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2015

Selten hat Rezensentin Dana Buchzik in so "wunderschönen" Worten vom Weltuntergang gelesen wie in Valerie Fritschs neuem Roman "Winters Garten". Der österreichischen Autoren gelingen in dieser Geschichte um den vom Tod faszinierten weltfremden Vogelzüchter Anton und seiner Freundin, der bis zur Schamlosigkeit emotionalen Friederike, rauschhafte Bilder von großer Eindringlichkeit, bisweilen an biblische Tableaus erinnernd, schwärmt die Kritikerin und muss doch sogleich eingestehen, dass manche Bildkonstellation bis zur Ermüdung wiederholt und ausgereizt wird. Und auch wenn Buchzik eine eigentliche Erzählung in diesem Buch vermisst und die Sprache gelegentlich zu künstlich gerät, hat sie diesen Roman durchaus gern gelesen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2015

Ein erbauliches Gartenbuch hat Wiebke Porombka gelesen. Oder doch nicht ganz, denn die Idylle, die mancher, so mutmaßt die Rezensentin, als allzu opulent inszeniert kritisieren wird, ist wohl doch ungewöhnlicher, als es zunächst aussieht, und sie ist bedroht. Hinweise dafür findet die Rezensentin in der allegorischen Anlage des Textes und in der eigenwilligen Behandlung von impressionistischen Erzählmustern und -motiven. So überrascht die Autorin Valerie Fritsch die Rezensentin mit einer üppigen Sprache, die unerwartete "Abzweigungen" nimmt, allerhand Leerstellen und einem dunklen Geheimnis, das als Gegenbild zum Garten gewissermaßen reinigend wirkt, wie Porombka zu verstehen gibt.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2015

Die Autorin kann was. Vielleicht zu viel? Rezensent Paul Jandl ist dieser Roman jedenfalls ein bisschen zu gut erzählt. Worum geht es? Ein Vogelzüchter kehrt zurück in die Gartenkolonie seiner Kindheit und verfällt dort offenbar einer Depression. So ganz wird man aus der Kritik nicht schlau. Jandl erzählt von kunstvoll beschriebenen Tableaus - etwa wenn Fritsch die Fehlgeburten der Großmutter beschreibt, die in Formalin eingelegt im Keller in Gläsern aufgereiht stehen - eine Handlung erwähnt er nicht. Zu kunstvoll ist ihm das alles, zu stilisiert. "Mehr Brennen, weniger Leuchten" hätte er sich gewünscht.
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