Peter Handke

Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße

Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten
Cover: Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518424728
Taschenbuch, 177 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Bei dem Ort habe ich an Griffen gedacht, wo ich herkomme, an die Straße, die nach Süden, in ein Dorf namens Ruden, führt. … Im Stück ist die Straße außer Betrieb, ein Wächter sitzt dort, es ist sein Reich, keiner darf dort hinein. Die Unschuldigen kommen daher, sind unschuldig, machen jedoch einen Haufen Scheiß. Es sind nicht die alten Bösewichte, die alles absichtlich machen, sondern sie wissen nicht, was sie tun, wie Jesus sagt: Herr, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Ich bin eher der Meinung: Herr, verzeih ihnen nicht! Es gibt jedenfalls Konfrontationen der Figuren, ganz lustige, scharfe und traumhafte, wie es meine Art ist. Dann geht es ordentlich los, aber dann höre ich wieder auf, weil ich finde, es nicht interessant, nur draufzuschlagen. … Der Held heißt 'Ich', er ist eine Mittelgestalt zwischen Caliban und Prospero, ein Monstrum, ein Irrer, ein Tier und zugleich ein Zauberer. Es gibt auch zwei Frauen in dem Stück, die 'Unbekannte' und die 'Andere', diese ist ein bisschen wie Lady Macbeth. Sie ist die Frau des Anführers der Unschuldigen, letzten Endes schreit sie vorlauter Jammer, aber sie geht nicht zugrunde, sie geht nur weg."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2015

Jan Wiele liest den neuen Handke als Verdichtung eines großen Werkes. Wut steckt darin und allerhand selbstironisches Schimpfen, meint er, Drama, Epos und Gedicht. So leicht es anhebt, so kompliziert wird es doch wieder, findet er, wenn Wirklichkeit sich im Sprechen formiert und Handkes Splitter-Ichs sich ein Stelldichein geben. Wo und wann sich das abspielt, scheint Wiele nicht so wichtig, es ist wohl das Universum der Literatur, ein Sprachtanz, meint er.
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