Uwe Bresan, Wolfgang Voigt

Schwule Architekten

Verschwiegene Biografien vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
Cover: Schwule Architekten
Wasmuth und Zohlen, Berlin 2022
ISBN 9783803023780
Kartoniert, 304 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

In deutscher und englischer Sprache. Mit Abbildungen. Homosexualität ist in der Architekturgeschichte noch immer ein Tabuthema. Wenn historische Architektenpersönlichkeiten außerhalb der heterosexuellen Norm gelebt haben, wird ihr Privatleben gern in mysteriöses Dunkel getaucht. Solange Strafgesetze Bestand hatten, war die soziale Existenz konstant gefährdet und das Versteckspiel war eine Notwendigkeit. Zur Absicherung bedurfte es defensiver Strategien. Um diese Außenseiter der Vergangenheit aufzuspüren, müssen die historischen Quellen queer gelesen werden. Wolfgang Voigt, bis 2015 stellvertretender Direktor am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main, und der Architekturhistoriker Uwe Bresan machten sich auf die Suche und präsentieren in diesem Buch das Ergebnis ihrer Recherchen. Es versammelt 35 Porträts aus dem 18. bis ins 20. Jahrhundert in Nordamerika, Europa und Palästina. Zum Vorschein kommen Architekten vom Barockzeitalter bis in die Moderne, überraschende Lebensläufe, bewundernswerte Häuser und nicht selten auch intelligent konzipierte Refugien, mit denen die Protagonisten ihr Privatleben schützten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.08.2022

Rezensent Michael Kasiske sieht noch Luft nach oben in Wolfgang Voigts und Uwe Bresans Sammlung von Porträts schwuler Architekten und ihrer Werke. Die gesammelten Biografien beruhen vor allem auf "Indizien", wie Kasiske feststellt, der sich weiterführende bzw. tiefer gehende Recherchen im jeweiligen sozialen Umfeld gewünscht hätte. Auch wäre eine ausführlichere Besprechung der Bauwerke der porträtierten Architekten seiner Meinung nach angemessen gewesen. Dennoch gelingt es den Autoren, so Kasiske, eine Basis zu schaffen - ein Grundwissen zu vermitteln über die vielen "verschwiegenen Biografien" und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Homosexualität gerade in der Architektur immer noch ein Tabuthema ist. Bleibt zu hoffen, dass andere hier anknüpfen werden, so der Rezensent.

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