967 galt Erwin K. Scheuch als das "liberale Idol der Kölner Studenten". Als junger Professor hatte er sich nicht nur vehement gegen die Notstandsgesetzgebung ausgesprochen, sondern auch die Studenten bei einer Trauerkundgebung für den in Berlin am 2. Juni erschossenen Benno Ohnesorg ermuntert, die Gegner der Freiheit zu entlarven. "Vom Paulus zum Saulus" verwandelte er sich für rebellierende Studenten dann, als diese ihn auf dem 16. Frankfurter Soziologentag 1968 mit einem Handzettel angriffen, auf dem sie "die Verfolgung und Ermordung der Soziologie, dargestellt von der Scheuchspielgruppe des Instituts für vergleichende Sozialforschung unter Anleitung des Zwingherrn Erwin Kurt Scheuch" erfanden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2009
Erhellend findet Manfred Funke dieses Buch von Ute Scheuch über ihren verstorbenen Mann, den Kölner Soziologen Erwin K. Scheuch (1928-2003). Er beschreibt das Buch als Dossier aus Werkgeschichte, Prozessakten, Presseartikeln und Korrespondenzen. Im Mittelpunkt sieht er Scheuch und dessen Arbeit am Kölner Institut für Soziologie und Vergleichende Sozialforschung während des "roten Jahrzehnts". Er rekapituliert das bösartige Kesseltreiben um den liberalen Soziologieprofessor, das linke Studenten seinerzeit veranstalteten. Außerdem berichtet er über Scheuchs Forschungsfelder wie den gesellschaftlichen Wandel und seine Studien zur Korruption. Und er hebt hervor, dass Scheuch schon früh auf "schlafende Aufsichtsräte", "gierige Genossen", "Luftgeschäfte" usw. verwiesen habe.
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