"Ist's vorüber, lacht man drüber" - Ute Nyssens Verlegergeschichte eröffnet faszinierende Einblicke in die Grundlagen heutiger Theater- programme und beleuchtet das Schicksal neuer Bühnenstücke. Die Autorin schildert den Weg einer kleinen, aber engagierten Gemeinschaft von Bühnenverleger:innen, die diese Werke entdecken und in der deutschsprachigen Theaterwelt fördern. Nach einer prägenden Zeit in einem Buchverlag entschied sich Ute Nyssen endgültig für den Beruf der Bühnenverlegerin. Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner, dem Verlagslektor Jürgen Bansemer (1933-2006), verwirklichte sie 1981 ihren Traum von Selbstständigkeit und gründete den Ute Nyssen & J. Bansemer Theaterverlag. Der Verlag etablierte sich rasch als bedeutender Akteur in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Nyssen erzählt von ihrer Liebe zu Literatur, Sprache und Theater, von der Entdeckung und Förderung herausragender Dramatiker:innen wie Elfriede Jelinek, Tankred Dorst, Thomas Jonigk und Heinar Kipphardt. Ebenso schildert sie die Herausforderungen im Umgang mit Autorenrechten, Übersetzungen und Bühnenproduktionen sowie die besonderen Anforderungen, die sich aus der Arbeit als Medienagentur seit den späten 1980er-Jahren ergaben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2026
Rezensent Joseph Hanimann liest den Rückblick der Bühnenverlegerin Ute Nyssen als aufschlussreiches "Stück deutscher Theatergeschichte". Nyssen, die 1963 bei Kiepenheuer & Witsch begann und 1981 mit Jürgen Bansemer einen eigenen Bühnenverlag in Köln gründete, erzähle "beschwingt zwischen Anekdoten und klugen Kurzanalysen" von Autoren wie Wolfgang Bauer, Elfriede Jelinek und Tankred Dorst, dessen Figuren "an den Schuhen immer eine viel ältere Zeit" trügen als die, in der sie leben. Besonders interessant findet Hanimann den Rückblick auf die Polemik um Heinar Kipphardts "Bruder Eichmann" und die Kotroverse um dessen Aufführung in Köln, die den jungen Verlag an den Rand der Krise trieb. Im Gespräch mit der Theaterkritikerin Simone Kaempf werde Nyssen am Ende noch einmal grundsätzlich und lehne den Begriff des "postdramatischen Theaters" rundheraus ab, lesen wir zuletzt.
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