Die vorliegende Arbeit entwirft eine Geschichte des deutschsprachigen Künstlerdramas. Leitfaden der Darstellung ist die dramen- und theatergeschichtlich relevante Figur des "Künstlers auf der Bühne". Berücksichtigt werden historische und fiktive Künstler. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Behandelt werden Werke von Christian Felix Weiße, Goethe, Tieck, Oehlenschläger, Grillparzer, Immermann, Halm, Holtei, Laube, Hebbel, Richard Wagner, Hofmannsthal, Hauptmann, Sorge, Jahnn, Dürrenmatt, Weiss, Jandl, Thomas Bernhard u.a. Ein kurzer Ausblick exponiert postmoderne Entwicklungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2005
Ein "Mauerblümchen" sieht Oliver Müller in der Untergattung des deutschen Künstlerdramas. Um so anerkennenswerter findet er, dass Uwe Japp mit seiner Untersuchung von Künstlerfiguren des deutschen Dramas den Blick auf diese "selten beachtete Seitenlinie" lenkt. Unter den geschätzten zweihundert Künstlerdramen in deutscher Sprache habe Japp zwanzig ausgewählt, die typologisch aussagekräftig sind. Müller zeichnet die Geschichte des deutschen Künstlerdramas nach, vom "Tasso" Goethes, der den spezifischen Konflikt des Künstlerdramas mustergültig als "Disproportion des Talents mit dem Leben" bezeichnet habe, über Grillparzers "Sappho" und Hofmannsthals "Tizian" zu Dürrenmatt, Jandl und Bernhard. Er konstatiert, dass sich der "kunstreligiöse Weihrauch" zunehmend verflüchtigte und im 20. Jahrhundert weitgehend der Satire wich. Uwe Japp jedenfalls bleibe bei alledem "sehr fair und ausgewogen im Urteil".
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