Mit zahlreichen Abbildungen. Ausgehend von den gegenwärtigen Forderungen nach einer "moralischen Ökonomie", beleuchtet Ute Frevert das schwierige Verhältnis von Kapitalismus und Moral und die Frage, ob grundsätzlich und unterschiedslos alle Waren und Beziehungen dem kapitalistischen Marktmodell eingepreist werden sollten. Diese ist in der gegenwärtigen Debatte um gemeine Güter wie Wasser oder Dienstleistungen, wie Sterbehilfe oder Prostitution aktueller denn je. Dargestellt werden von Frevert auch die Erwartungen an Fairness, Gerechtigkeit, Solidarität all jener, die als Produzenten oder Konsumenten an den heutigen globalisierten Märkten teilnehmen. Welche Konsequenzen haben diese Erwartungen? Können sie die Märkte verändern? Und wie haben sich Moral und ökonomische Praxis in der Moderne entwickelt?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2019
Rezensent Wolfgang Ullrich gefällt die Sachlichkeit, mit der die Historikerin Ute Frevert anhand von Beispielen zeigt, wie in den letzten Jahrhunderten immer wieder versucht wurde, mittels Moral den Kapitalismus zu zähmen. Dass Ideale andererseits auch zur Ware werden können, wie die Autorin feststellt, ließe sich laut Ullrich allerdings mit Beispielen aus der Gegenwart noch viel trefflicher belegen, als es Frevert unternimmt, wenn sie etwa den Freikauf vom Militärdienst im 19. Jahrhundert anführt. Für Ullrich steht fest: Moral ist heute keine Bremse des Kapitalismus mehr, sondern ein nicht unerheblicher Antrieb des Systems.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.06.2019
Rezensent Michael Opitz mag den Optimimus, den die Historikerin Ute Frevert hinsichtlich der Moral des Kapitalismus versprüht, nicht ganz teilen. Zwar kann ihm die Autorin, die seit 2008 den Forschungsbereich "Geschichte der Gefühle" in Berlin leitet, die Historie der Märkte anschaulich vermitteln: Von Adam Smith und Karl Marx über die Erfindung des Sozialstaats bis zur "Macht des Konsumenten" im 21. Jahrhundert folgt der Kritiker der Autorin hier. Wenn ihm Frevert dann aber ohne etwa auf Michel Foucaults Thesen von den Zwängen der Erwerbsarbeit einzugehen, Moral und Lernbereitschaft des Kapitalismus nahezubringen versucht, gerät dem Rezensenten das Buch zu "harmonisch".
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