Das erste Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg stellt eine Phase dar, in der die Sonderbeziehungen zwischen Großbritannien und den USA in vielerlei Hinsicht vor neuen Herausforderungen und Belastungsproben standen. Die Studie untersucht die facettenreiche "special relationship" in der Hochphase des Kalten Krieges und fragt danach, inwieweit die USA in der Asien- und Fernostpolitik in der Lage waren, die Ziele und Positionen der eigenen Gobalplanung gegenüber den konkurrierenden britischen Interessen durchzusetzen. Es zeigt sich, daß der Machtverlust, den Großbritannien in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht durch den Zweiten Weltkrieg erlitten hatte, nicht mit einem Einflussverlust in der internationalen Politik gleichgesetzt werden darf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2000
Hans Kluth äußert sich zurückhaltend über dieses Buch, dessen Thematik er in seiner Rezension auch Außenstehenden zu vermitteln versucht. Dies scheint ihm vor allem deshalb wichtig zu sein, weil der Untertitel ihm etwas irreführend erscheint: Die Asien- und Fernostpolitik spiele nur eine etwas untergeordnete Rolle. Lehmkuhls Äußerungen diesbezüglich seien eher indirekt relevant, da sich die Autorin viel mehr mit der ?special relationship? zwischen England und den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Die von der Autorin im Vorwort angekündigte ?Gratwanderung zwischen politikwissenschaftlicher und historischer Herangehensweise? finde außerdem nicht wirklich statt, da nach Ansicht des Rezensenten das Schwergewicht in der Darstellung sehr stark in der politikwissenschaftlichen Betrachtung liegt. Die Analyse der Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse zwischen England (das zwar politisch und wirtschaftlich geschwächt war, aber über weitreichende Beziehungen zu afrikanischen und asiatischen Ländern verfügte) und den Vereinigten Staaten scheint der Rezensent jedoch recht fundiert und in den meisten Punkten überzeugend zu finden.
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