Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1984

Cover: Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1984
Oldenbourg Verlag, München 2015
ISBN 9783110345421
Gebunden, 1751 Seiten, 139,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben im Auftrag des Auswärtigen Amts vom Institut für Zeitgeschichte. Bearbeitet von Daniela Taschler und Tim Szatkowski. Anfang 1984 befanden sich die Ost-West-Beziehungen angesichts der Nachrüstung in Westeuropa und der amerikanischen SDI-Pläne auf dem Tiefpunkt. Dennoch wurde in Stockholm die "Konferenz über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa" eröffnet. Der Stillstand in den Gesprächen der beiden Supermächte über Kernwaffen konnte allerdings erst nach dem Tod Andropows und dem Wahlsieg Ronald Reagans überwunden werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015

Junge, Junge, die FAZ ist wirklich unermüdlich in ihrer Auswertung der Akten des Auswärtigen Amtes. 14 Bände wurden seit der Gründung des Perlentauchers 2000 vorgestellt. Nun also die Jahre 1983 und 1984, die Rolf Steininger referieren darf: 1983 Nato-Doppelbeschluss, den Bundeskanzler Helmut Kohl, unterstützt vom französischen Präsidenten Mitterand ohne Wenn und Aber verteidigt. Interessantes Detail hier: Die Angst der sowjetischen Regierung unter Andropow vor einem Erstschlag gegen die Sowjetunion. Weiter die Angst vor dem "industriellen Abstieg" Europas, wie Steininger zitiert und Probleme mit Waffenlieferungen an Saudi-Arabien, die das Verhältnis zu Israel bedrohten. 1984 wurde an die Lieferungen mit der Bedingung verknüpft, das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Die Saudis lehnten dankend ab. Außerdem 1984: die Annäherung von Kohl und Mitterand, die in der gemeinsamen Gedenkfeier in Verdun gipfelte. Kurz: "eine spannende Lektüre für alle, die mehr über die Anfänge der 'Ära Kohl' erfahren möchten", verspricht der enthusiastische Referent.