Umberto Eco

Auf den Schultern von Riesen

Das Schöne, die Lüge und das Geheimnis
Cover: Auf den Schultern von Riesen
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783446261860
Gebunden, 416 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Lügner, die die Wahrheit sagen, der Klimawandel als apokalyptischer Weltenbrand, die Literatur und das Unsichtbare - kaum jemand kombinierte seine Beobachtungen zu Gesellschaft, Politik und Kultur zu so überraschenden Einsichten wie Umberto Eco. Mit Analysen zu Literatur und Sprache, zu Kunst, Philosophie und Medien vereint "Auf den Schultern von Riesen" die Quintessenz von Umberto Ecos Gedankenwelt. In zwölf Vorträgen, die er bis kurz vor seinem Tod in Mailand gehalten hat, scheinen noch einmal alle großen Themen auf, die im Zentrum seines Schaffens standen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.11.2019

Rezensentin Philine Sauvageot hat sich von den zwölf Vorlesungen, die Umberto Eco kurz vor seinem Tod auf dem Mailänder Kulturfestival "La Milanesiana" hielt, gern zum Denken anregen lassen. Sie bewundert, wie der "Universalgelehrte" den jahrhundertealten Hochkultur-Kanon reflektiert und auch vieles andere, das ihn gerade interessierte. Mit etlichen "humorvollen Seitenhieben" hangelt Eco sich ihr zufolge an seiner These entlang, dass alle Themen sich intertextuell aufeinander beziehen und die Verbindungen sichtbar gemacht werden können. Eco zeigt sich ihr als Denkerriese, auf dessen gelehrten Schultern die Welt für sie gleich viel interessanter aussieht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.09.2019

Rezensent Thomas Steinfeld wird ganz melancholisch bei der Lektüre dieser erhellenden und klugen Vorträge. Denn Umberto Eco zeigt sich ihm hier als ein Gelehrter, wie es sie - Kurt Flasch ausgenommen - in Nordeuropa nicht mehr gibt, erklärt Steinfeld: Anknüpfend an sehr alte scholastische Traditionen, dabei freisinnig genug, auch die Populärkultur in seine Überlegungen zum Beispiel über das Absolute oder Verschwörungen einzubeziehen. Gerade diese Verankerung in der Geschichte erlaubte es Eco noch, Traditionen nicht nur als wissenschaftliche, sondern auch als kulturelle Phänomene zu begreifen, denkt sich der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.07.2019

Der Band versammelt zwölf Vorträge über das Verhältnis zwischen Tradition und Moderne, die Umberto Eco zwischen 2001 und 2015 auf dem Mailänder Kulturfestival La Milanesiana gehalten hat, informiert uns Rezensent Michael Opitz. Es geht ums Schöne und ums Hässliche, ums Heilige oder ums Unsichtbare - große Themen, in denen Eco sein enormes Wissen ausbreiten kann, so der Rezensent. Das ist anspruchsvoll, aber durch das viele Bildmaterial gut anschaulich gemacht, versichert er. Sicher, manchmal wiederholt sich Eco oder verliert sich in Abschweifungen. Aber anregend sind die Vorträge für den Rezensenten allemal.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2019

Manfred Koch lernt von Umberto Eco zum Beispiel, warum wir Dante jede gut gesetzte "zeppa" (ital. für Füllsel) verzeihen sollten, Berlusconi eher nicht. Eco fehlt ihm sehr, schon, weil ihm der Universalgelehrte mit analytischer Präzision und Witz Tagespolitk anhand von Barockklassikern kommentieren konnte, und wer könnte das sonst schon. Der vorgestellte Band mit Vorträgen Ecos aus den Jahren 2001 bis 2015 zur Eröffnung eines Mailänder Kulturfestivals ruft ihm die Lücke, die Ecos Tod hinterlässt, schmerzhaft in Erinnerung. Angeregt von Thomas von Aquin oder dem Barockautor Torquato Accetto greift der Autor laut Koch philosophisch in die Vollen und setzt dem Leser das Wesen des Unvollkommenen auseinander oder die Geschichte der ästhetischen Theodizee.
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