Ulrike Kolb

Die Schlaflosen

Roman
Cover: Die Schlaflosen
Wallstein Verlag, Göttingen 2013
ISBN 9783835312111
Gebunden, 200 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Es sind Lebensfrohe oder Lebensmüde, Angestellte in einem Versicherungsunternehmen oder Gestrandete, Frauen, Männer von jung bis fast schon alt, die sich hier zusammenfinden: Alle leiden daran, dass sie nachts keinen Schlaf finden. Sie erhoffen sich Hilfe von diesem Wochenendseminar bei einem berühmtem Schlafforscher, oder sollte man besser sagen: Schlafguru oder Schlafpapst?Aus allen Richtungen reisen sie an auf das Gut Sezkow, das weit außerhalb Berlins liegt und jetzt zum Hotel ausgebaut ist. Die Stimmung ist erwartungsvoll, allein: Der Meister lässt auf sich warten. Ist das Bestandteil des Seminars? Wird man vielleicht beobachtet? Oder sind alle nur Opfer eines Schwindels, um ein heruntergewirtschaftetes Hotel zu füllen? Immerhin zeigt sich das Hotel spendabel, die Betreiber und ihre Angestellten bewirten alle mit Köstlichkeiten, schenken besten Wein aus, um das Warten zu erleichtern. Die ersten Gäste drohen mit Abreise ohne Bezahlung, andere kommen dafür immer mehr in Stimmung. Diese Nacht scheint alle mitzureißen, jeden in die Tiefen seiner Seele zu führen und manchen ganz weit über die eigenen Grenzen hinaus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013

Ulrike Kolb führt für ihren Roman "Die Schlaflosen" ein ganzes "Kollektiv von Nachtkranken" in ein Hotel auf einem altpreußischen Landgut, wo sie sich von einem selbstbetitelten Schlafpapst Erlösung von ihren Leiden erhoffen, berichtet Manfred Koch. Doch der ominöse Erlöser taucht nicht auf, verrät der Rezensent, und das schuldbewusste Hotelpersonal hält die Wartenden mit reichlich Wein bei der Stange. Es kommt zu einem regen Austausch der Lebens- und Leidensgeschichten unter zunehmendem Alkoholeinfluss und sogar eine kleine Liebesbeziehung bahnt sich an, fasst Koch zusammen, der zwar auf einige Nietzsche-, Thomas Mann- und Kafka-Verweise hätte verzichten können, dafür aber begeistert ist von Kolbs präzisen Beschreibungen der subtilen Eigenarten der Körpersprache von Schlaflosen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.08.2013

Judith von Sternburg hat ihn sehr gern gelesen, diesen kleinen Roman von Ulrike Kolb, in dem eine Schar existenziell Verunsicherter in einer turbulenter Nacht zusammenfindet: In einem ostdeutschen Landhotel treffen einige Dutzend schlafloser Menschen zu einem Seminar zusammen, da sich jedoch der Schlaftrainer nicht blicken lässt, sind sie auf sich allein gestellt, darunter ein frustrierter Künstler, eine verschreckte Autorin und eine Träumerin und eine rätselhafte Schönheit. Depressionen und Unfälle, Kinkerlitzchen und Banalitäten wechseln sich ab, wobei "ein nicht besonders lieber Erzählergott" von einem Protagonisten zum nächsten flattert, wie Sternburg schreibt, die mit großem Vergnügen dem "leichthändigen, aber nicht leichtfertigen" Spaß gefolgt ist, den sich die kluge Ulrike Kolb hier macht.
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