Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.12.2007
Sehr berührt, aber auch beglückt berichtet Ulrike Kolb von diesem Gedichtband des israelischen Lyrikers Tuvia Rübner, der die Rezensentin nur Staunen machen kann: Zum einen darüber, dass Rübner nach über fünfzig Jahren zum Deutschen, seiner Muttersprache, zurückgekehrt ist. Zum anderen über Rübners dichterische Existenz überhaupt: Als einziger seiner Familie hat Tuvia Rübner den Holocaust überlebt, nach seiner Emigration nach Israel musste er noch etliche weitere Schicksalschläge erdulden - seine Frau kam bei einem Unfall ums Leben, sein Gesicht verbrannte ihm zur Hälfte, sein Sohn ist verschollen. Die Gedichte selbst beschreibt die Rezensentin nun als sehr lakonisch, es sind kurze Mitteilungen, Reihungen, deren Weisheit sie darin erkennt, dass sie "so voller Fragen und so ohne Antworten" sind. Ein Beispiel: "Morgens stehst Du auf, dein Körper / mehr oder weniger beisammen / und um 11.30 wirst Du beim Einkaufszentrum / in Stücke gerissen."
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…