Der Stimme kommt im Hörfunk eine bedeutende Rolle zu - sie prägt bis heute die Verkaufsstrategien dieses Werbeträgers und hat sich seit Beginn des Rundfunks stark verändert. Stimmen legen Zeugnis ab über gesellschaftliche Desiderate, soziale und wirtschaftspolitische Umstände; sie drücken die Gestimmtheit der Sprechenden aus und charakterisieren Rollenverhältnisse und Klischees. Dabei sind die deutlichsten Veränderungen bei weiblichen Stimmen zu verzeichnen. Die Autorin untersucht Werbespots unterschiedlicher Produktgruppen ab den 1950er Jahren, wobei neben der sprechwissenschaftlich-phonetischen Charakterisierung der Sprechstimmen die Frage nach der Rolle der Stimme als Zeitzeugin in der Verkaufsrhetorik gestellt wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2021
Rezensentin Ulla Fölsing findet das Buch der Sprachwissenschaftlerin Ulrike A. Kaunzner über den Wandel der deutschen Radiowerbung und ihrer stimmlichen Präsentation zwischen 1950 und 1970 ein bisschen sperrig. Für Werber und Medienschaffende allerdings bietet der Band mit seinen Funden aus dem Werbefunkarchiv Regensburg laut Fölsing durchaus interessante Einblicke über den Zusammenhang von Stimme, Sozioökonomie und Geschlechterrollen. Fölsing lernt: Stimmen und Sprechstil haben sich verändert, und quietschende Frauenstimmen sind heute sehr gefragt.
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