Der Begriff des Lebensraums entwickelte sich im Kontext der kolonialen Eroberungen und ist heute auf das Engste mit der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik verbunden. Die nationalsozialistische Totalität eines Zerstörungs- und Neuordnungswillens kennzeichnete einen Entwurf von Lebensraum, der die eroberten Gebiete nicht mehr im kolonialen Sinne als leer fantasierte, sondern sie im Sinne rassischer Auslese zu leeren beabsichtigte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2013
Die Verschränkungen nationalsozialistischer Expansionsfantasien mit der damaligen Wissenschaft ist kein ganz neues Thema, meint Sven Reichardt, kaum ein Autor hat aber bisher eine so hervorragende Einführung in die "Semantiken, Konzepte und Praktiken räumlichen Ordnens" gegeben wie Ulrike Jureit, lobt er. In "Das Ordnen von Räumen" gibt sie zunächst einen kurzen Überblick über die früheren Techniken der Topografie und ordnet dann das rassenbiologische Raumkonzept der Nationalsozialisten ideengeschichtlich ein, berichtet der Rezensent. Der Begriff "Lebensraum" nimmt eine besondere Stellung ein: einerseits gestattet er Jureit, die Vorstellung eines biologisierten Territoriums zu fassen, erklärt Reichardt, andererseits nutzt sie ihn zur Abgrenzung von Raumkonzepten kolonialer Diskurse der damaligen Zeit. Der Rezensent hätte zwar gerne etwas mehr über die wissenschaftlich-politischen Verflechtungen mit dem und im Ausland erfahren, legt Jureits Arbeit aber dennoch wärmstens ans Herz.
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