In "Keine Ruhe nach dem Sturm" stellt die Generationskollegin Joschka Fischers eine Nahaufnahme der Gruppierungen und "Szenen" vor, in der die politische Sozialisation eines Teils der Elite der neuen Berliner Republik stattfand. Ihre Schilderungen aus dem Blickwinkel einer Frau in einer männerdominierten politischen Gesellschaft sind überraschend. Es ist eine Dokumentation und ein atmosphärischer Rückblick.
Heide Platen zeigt sich begeistert von Ulrike Heiders autobiografischem Entwicklungsroman, der in die späten sechziger und frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eintaucht und das Frankfurter Milieu der antiautoritären Bewegung seziert. Die Autorin schreibt in Ich-Form, teilt Platen mit, gebe sich auch keine Mühe, die Ereignisse zu verfremden, sondern habe bloß die Namen der Beteiligten verändert. Platen nennt das "reale Fiktion". In einem Studentenheim treffen Heimkinder und Bürgerkinder, Aussteiger und Studenten aufeinander und fechten für kurze Zeit einen gemeinsamen politischen Kampf, dessen ungewollt komische Seiten Platen nicht verborgen bleiben. Erzählt sei das alles schlicht, spöttisch und schnell, meint sie, manche Nebenfigur ist ihr zu flüchtig skizziert. Die Rezensentin wundert sich, wie beharrlich das behütete Bürgerkind im Spontimilieu ausgeharrt hat, wo sich schließlich der Traum in einen Albtraum verkehrte. Eine Antwort findet sich für sie in den kontrastierenden Kapiteln über den New Yorker Lebensabschnitt der Autorin, wo sie unter Obdachlosen lebt. Platen vermutet, dass Heider geradezu zwanghaft darunter leidet, "nicht zu irgendeiner Minderheit zu gehören".
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…