Ulrike Draesner

Heimliche Helden

Über Heinrich von Kleist, James Joyce, Thomas Mann, Gottfried Benn, Karl Valentin u.v.a
Cover: Heimliche Helden
Luchterhand Literaturverlag, München 2013
ISBN 9783630873732
Gebunden, 368 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Die Klassiker der Literatur: In der erdrückenden Mehrzahl sind sie männlich. Eine Ödnis für Leserinnen? Keineswegs! Ulrike Draesner präsentiert uns ihre ganz eigene Ruhmeshalle männlicher Autoren: präzise, überraschende und respektvoll perfi de Porträts von Helden wie Heinrich von Kleist, Thomas Mann, Karl Valentin und vielen anderen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2013

Rezensentin Nicole Henneberg kann gar nicht sagen, welcher der "schönste und spannendste" Essay von Ulrike Draesners "Heimliche Helden" ist. Die Kritikerin ist schlichtweg begeistert von den ebenso klugen wie humorvollen Essays, die die auch im Bereich der bildenden Kunst und in den Naturwissenschaften bewanderte Autorin hier zusammengetragen hat. Und so liest sie mit größtem Vergnügen Draesner literarische, psychologische und vor allem äußerst persönliche Interpretationen und Leseerfahrungen zu Werken etwa von Kleist, Joyce, Thomas Mann bis zu Hans-Joachim Schädlich und Gerhard Falkner. Henneberg hat geradezu das Gefühl, die Autorin schaue ihren Kollegen "behutsam und neugierig" zugleich über die Schultern: So erfährt sie etwa, wie viele der Autoren Zweifel, Trauer und eigenes Begehren "heimlich" in ihren Figuren und Texten zu verstecken versuchten - etwa Thomas Mann, der laut Draesner seine erotischen Sehnsüchte auch noch im "Felix Krull" offenbarte. Draesners Buch ist ein "unerschöpfliches" Leseerlebnis, lobt die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2013

Durch den Sprung ins Erzählende, nicht ins Wissenschaftliche, gelingt der Autorin das Unmögliche: Kleist, Karl Valentin, Gottfried Benn erscheinen dem Rezensenten Eberhard Geisler angenehm diskursenthoben, gesehen in eigener Perspektive, versehen mit literarischem Sound und anschaulich dazu. Ulrike Draesners begriffliche Klarheit erschließt dem Rezensenten etwa die Nähe zwischen Komik und Lyrik bei Valentin, Benns Verhältnis zu Frauen oder die Blitz-Metapher bei Kleist. Dass Draesner für ihren Essay die neuen Medien bemüht und die Naturwissenschaft, findet Geisler insofern angemessen, als ihm das Nibelungenlied, bei Draesner gesehen als Computerspiel, so gleich viel verständlicher wird.

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