Mit Beiträgen von Ulrike Draesner, Anna Katharina Hahn, Alban Nicolai Herbst, Ulf Stolterfoht u. a.. Eine neue Generation, das ist ein neues Gehirn und ein neues Gehirn, das ist eine neue Realität und neue Neurosen, und das Ganze heißt Evolution und so wuchert der Kulturkreis weiter. In Essays, Erzählungen, Gedichten und einer dramatischen Skizze nähern sich fünfzehn Autoren einer neuen Generation dem Leben und Werk von Gottfried Benn an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Voller Zweifel tritt Sabine Franke an das "jugendlich aufgemachte" Lesebuch heran, in dem sich fünfzehn junge Autoren mit Benn beschäftigen. Befürchtet sie zunächst, die in einem Benn-freien Raum aufgewachsenen Nachkommen würden ihn mit dem Mut "unbekümmerter Autodidakten" allzu freischwebend mit "Neonfarben" beleuchten, muss sie dann doch vor einigen "exzellenten" Beiträgen den Hut ziehen. "Mit ernsthafter Hingabe" hätten sich einige Autoren den thematischen Aspekten, sprachlichen Besonderheiten oder Wirkungsprozessen in Benns Werk gewidmet, wobei neben theoretischen auch lyrische, dramatische oder in Prosa gehaltene Annäherungen zu finden seien. Zu bedauern sei aber, dass Bürger es versäumt habe, in einem ausführlichen Nachwort "den Bogen zu schließen" und zu klären, wie Benn auf die junge Generation abgefärbt hat. Somit sei ein "Kaleidoskop" aus den "Splittern einer neuen Bennrezeption" entstanden, dass der Rezensentin zwar "bunt schillernd", aber eben auch "willkürlich" erscheint.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2003
Dass Gottfried Benn noch immer der "unerledigtste Autor der klassischen deutschen Moderne" ist, beweist für Burkhard Müller diese von Jan Bürger herausgegebene Hommage. Auch hier setze sich das große Für und Wider noch nicht zu einer Synthese. Trotzdem hat er Gefallen an dem Band gefunden. Er lobt, wie geschickt sich Anna Katharina Hahn dem Benn-Sound überlasst oder wie quälend Alban Nicolai Herbst Benns "Neigung zur unterkühlten Protzerei" auf die Spitze treiben kann. Besondere Aufmerksamkeit verdient seiner Meinung nach aber der Beitrag von Norbert Hummelt, der Benns Bedürfnis nach "thalassaler Regression" behandelt.
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