Wie beschreiben wir Welt und Leben? Woraus speist sich ein Gedicht? Wie entstehen literarische Einfälle, und was machen wir aus ihnen? Diese und weitere Fragen stellen die fünf Frankfurter Poetikvorlesungen von Ulrike Draesner, die sie um von ihr selbst genutzte Genres zentriert hat, um Novelle, Essay, Roman, Gedicht, Übersetzung, Schreiben nach der Natur. In welche literarische Form auch immer wir eintauchen, wer liest und schreibt, betreibt Umgang mit Gespenstern aus der Vergangenheit. Es ist, so Draesner, unsere "Gespensterfähigkeit", die die Voraussetzung dafür bildet, dass ein literarischer Text sein eigenes Leben in uns beginnt. Deshalb kann es auch eine Grammatik der Gespenster geben. Sie ist der Kern schriftstellerischer Imagination und Empathie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2018
Jörg Magenau hat einen Verdacht: Was, wenn Erzählen da am besten ist, wo es um die eigenen Funktionen nicht weiß? Dann wären Poetikvorlesungen ein Killer. Bei Ulrike Draesner kommt es Magenau mitunter vor, als bräche der literarische Text unter der Theorie zusammen. Anregend findet er Draesners Gedanken zum Wesen der Sprache sowie zum Jenseits von Raum und Zeit im Text oder zum Geisterhaften des lyrischen Ichs.
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