Landkarten dienen nicht nur zur Orientierung im physischen Raum, sondern sie steuern auch Imaginationspraktiken. Jörg Dünnes Studie widmet sich der frühneuzeitlichen Entstehung solcher Praktiken anhand von exemplarischen Analysen spanisch- und portugiesischsprachiger Texte von Inca Garcilaso de la Vega über Luis de Camoes bis hin zu Miguel de Cervantes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2011
Tilman Spreckelsen sieht so manchen Text ganz anders, seit er Jörg Dünnes Habilitationsschrift zum Verhältnis von (literarischer) Imagination und kartografischer Wirklichkeit gelesen hat. Was bei Dünne als Untersuchung von Kartenbild und Kartentext beginnt, mündet laut Rezensent in eine umfangreiche Darstellung zu Texten der frühen Neuzeit, die sich die Trennung von Text und Kartenbild zunutze machen, um ein bisschen drauflos zu fantasieren beziehungsweise zu fingieren. Spreckelsen findet das recht spannend und gelangt zusammen mit dem Autor von der quasi sprechenden Karte zum geschickt mit topografischen Momenten improvisierenden Autor. Karte und Buch - beide ganz neu, den Rezensent freut es.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…