Meist maskierte Doppelexistenzen mit unglaublichen Muskeln und Kräften, die keine Angst kennen und nicht totzukriegen sind: das sind Superhelden. Es gibt sie schon lange: Superman, Batman, Wonder Woman, Black Widow, Die Fantastischen Vier, Cat Woman, Spiderman, Green Lantern, Hulk oder die X-Men (Superman etwa erblickte bereits 1938 das Licht der Welt). Seither schlagen sie ihre Fans gedruckt und im Kino in den Bann.
Warum bedeutet "dieses Zeug" aber manchen Menschen so viel? Was macht die Faszination der Superhelden aus? Dietmar Dath sieht in ihnen Vergrößerungsgläser der populären Kunst, die Affekte, Emotionen, Phantasien übersteigern und verzerren, bis sie aussehen, als wären sie Tatsachen - und eigentlich sind sie das ja auch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2017
Philipp Bovermann horcht auf, wenn der erklärte Marxist Dietmar Dath sich dem Superhelden zuwendet. Muss sich um eine Ehrenrettung handeln, vermutet Bovermann. Und siehe: Dath erkennt den Superhelden als popkulturelle Variante von Nietzsches Übermenschen. Dass der Autor die faschistischen Besitzansprüche an Nietzsches Konzept links, äh, rechts liegen lässt, lässt Bovermann natürlich aufatmen. So folgt er dem Autor zu dessen Jugenheroen und in Richtung moderner Fantasy, Horror und Sci-Fi, wo der Superheld laut Bovermann als "Faktualisierung" psychologischer und soziologischer Realitäten erscheinen kann. Diese Zeitgeist-Deutung allerdings findet der Rezensent allzu wohlfeil. Die innere Funktionsweise des Superhelden wird so jedenfalls nicht offenbar, meint er.
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