Ulrike Demmer, Daniel Goffart

Kanzlerin der Reserve

Der Aufstieg der Ursula von der Leyen
Cover: Kanzlerin der Reserve
Berlin Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783827012760
Gebunden, 240 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Ulrike Demmer und Daniel Goffart haben sich auf die Spur der ersten deutschen Verteidigungsministerin gesetzt und ein kritisches Porträt der prominenten CDU-Politikerin verfasst. Die beiden Berliner Korrespondenten zeichnen den Lebensweg der streitbaren Tochter des langjährigen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht nach und erzählen, wie aus dem braven "Röschen" eine Ärztin, siebenfache Mutter und gewiefte Ministerin wurde. Geschildert wird die Karriere einer modernen Frau, die sich nie auf eine Rolle reduzieren ließ und die als kritische Konservative das traditionelle Familienbild der CDU revolutionierte. Jetzt muss sie als erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums über Bundeswehreinsätze in Krisenregionen und damit über Leben und Tod entscheiden. Ursula von der Leyen sitzt auf einem politischen Schleudersitz und verfolgt mit geballter Energie und brennendem Ehrgeiz ihr Lebensziel, Deutschlands mächtigste Frau zu werden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.03.2015

Anja Maier gefällt Ulrike Demmers und Daniel Goffarts Biografie über Ursula von der Leyen durch die überzeugende Nachzeichnung einer beispiellosen Karriere. Dazu passt der absolute Machtwille, den die Focus-Journalisten der Politikerin unterstellen. Dass die Autoren Distanz halten (und Psychologisierungsfallen vermeiden), selbst wenn sie Familienschnurren erzählen, dass sie von der Leyen Kalkül "in allen Lebenslagen" attestieren und mit dem Titel ihres Buches ein vielsagendes Statement abgeben, scheint Maier bemerkenswert.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.03.2015

Robin Alexander verharrt für seine Rezension zweier Bücher über Ursula von der Leyen konsequent in der Tennis-Metapher: man könne sich die Autoren-Duos Peter Dausend und Elisabeth Niejahr von der "Zeit" und Ulrike Demmer und Daniel Goffart vom "Focus" wie Teams vorstellen, die sehr unterschiedlich das gleiche Match bestreiten, so der Rezensent. Demmer und Goffart gehen klassisch chronologisch vor, behandeln deshalb auch Ereignisse, die bereits etwas altbacken wirken, liefern dadurch aber einen vollständigen Überblick über die Karriere von der Leyens, wobei sie "das Primat der Öffentlichkeitsarbeit" durchaus kritisch betrachten, fasst Alexander zusammen. "Kanzlerin der Reserve" mag in Formfragen weniger ambitioniert sein als die Konkurrenz, dafür halten die Autoren die angemessenere Distanz zur Politikerin, erklärt der Rezensent.

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