Ulrich Kutschera

Tatsache Evolution

Was Darwin nicht wissen konnte
Cover: Tatsache Evolution
dtv, München 2009
ISBN 9783423247078
Taschenbuch, 340 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Götter, Geister und Designer sind nicht Gegenstand der Wissenschaft. Gegenstand der Wissenschaft sind Dinge und Ereignisse, die experimentell und durch Dokumente nachweisbar sind. Wenn wir zwanzig Skelette von Tyrannosaurus Rex gefunden haben, die etwa 66 Millionen Jahre alt sind, dann muss man es als Faktum hinnehmen, dass es im Mesozoikum Populationen mit Riesen-Dinosauriern gegeben hat, die später ausgestorben sind. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Evolution stattgefunden hat. Die Evolutionstheorie erklärt diesen Prozess des Andersartigwerdens der Organismen. Was Evolution bedeutet, erläutert der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera in diesem Buch. Er schildert die Geschichte der Evolutionstheorie und ihrer Protagonisten, allen voran Charles Darwin, und stellt den aktuellen Stand der Forschung dar, die seit Darwin erhebliche Fortschritte gemacht hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.07.2009

Christian Schlüter hat sich in eine Fülle von Publikationen über Charles Darwin vertieft, die anlässlich des Darwin-Jahres erschienen sind. In seinem Buch "Tatsache Evolution" widmet sich der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera auch Forschern aus dem Umkreis Darwins, bemerkt der Rezensent interessiert. So stellt der Autor den Tierpräparator und Forschungsreisenden Alfred Russel Wallace vor, der fast zur gleichen Zeit zu ähnlichen Theorien über die Evolution kam wie Darwin, oder den russischen Biologen Constantin S. Merezhkowsky, der seine Evolutionstheorie auf parasitäres beziehungsweise kooperierendes Zusammenleben von verschiedenen Arten aufbaute, erklärt Schlüter. Etwas überfordert allerdings wirkt der Rezensent von Kutscheras eigenen Theorien zur "Makroevolution", und er scheint es zu bedauern, dass der Autor sich in seinem Buch kaum für die geisteswissenschaftlichen Folgen von Darwins Evolutionstheorie interessiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2009

Ach, das Darwin-Jahr. Eine Lobhudelei mehr hat Manuela Lenzen hier gelesen. Den Weltreisenden und im Kämmerlein forschenden Darwin kann Lenzen allerdings nicht mehr sehen. Um so begeisterter zeigt sie sich darüber, dass Ulrich Kutschera sich auch dem weniger bekannten Darwin zuwendet. Dem Grundlagen- und Pflanzenhormonforscher, dem Begründer der Bodenbiologie (die lieben Regenwürmer!), dem Spezialisten für Rankenfußkrebse. So führt der Autor Lenzen zu einer wichtigen Einsicht: Es gibt einen Darwin jenseits der großen Theorie! Wie Kutschera hier in die Breite geht, Darwins Grenzen, Irrtümer und Erfolge aufzeigt und dessen Schlüsselerlebnisse beschreibt, gefällt Lenzen gut. Überflüssig dagegen findet sie den von Kutschera eingeflochtenen Vergleich Darwins mit Mozart und den durch die Fehde mit den Kreationisten ins Buch gelangten "agressiven Unterton".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2009

Rezensentin Barbara Kerneck zeigt sich zufrieden mit Ulrich Kutscheras Buch "Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte". Es liest sich für sie wie ein "nach Stichworten gegliederter Reiseführer durch Darwins Theorien und Theorien über Darwin". Der Autor stellt für sie die heute noch gültigen Theorien Darwins dar, aber auch seine Irrtümer sowie Fehlinterpretationen seiner Werke. Besonders unterstreicht sie Kutscheras Klarstellung, der ideologisch überfrachtete Begriff "Darwinismus" gehöre nicht in die Wissenschaft. Deutlich wird ihres Erachtens auch, dass die Evolutionsbiologie heute ein System vieler Theorien aus den Bio- und den Geowissenschaften ist. Sie berichtet u.a., dass Darwin der Vorgang der Mutation als Ursache für Veränderungen des Erbguts nicht bekannt war, und hebt hervor, dass die moderne Genetik die wesentlichen Punkte von Darwins Theorien bestätigt.

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