Herausgegeben von Ulrich Bröckling, Susanne Krasmann, Thomas Lemke. 2004 erschien das "Glossar der Gegenwart". Insgesamt 44 Einträge untersuchten, so die Herausgeber:innen damals, "Konzepte von 'mittlerer Reichweite', aber hoher strategischer Funktion, die in den aktuellen Debatten eine Schlüsselstellung einnehmen". Zwanzig Jahre später, nach der Weltfinanzkrise und im Zeichen des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien sowie der inzwischen deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, ist es Zeit für ein Update. Die ZeitgenossInnen von heute erkennen sich in neuen Leitbegriffen wieder: "Disruption" an die Stelle von "Normalität", "das Planetare" löst "Globalisierung" ab, "Resilienz" ersetzt "Prävention". Andere Begriffe wie "Dekolonisierung" oder "postfaktisch" haben keine Entsprechung im Vorläuferband. Die für die 2.0-Version des Glossars verfassten Beiträge sind Sonden zur Ermittlung des Selbstverständnisses unserer Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2025
Oliver Jungen bekommt mit dem von Ulrich Bröckling, Susanne Krasmann und Thomas Lemke herausgegebenen Band viel mehr als eine Aktualisierung von Begriffen wie Update oder Biodiversität. Nicht weniger als Begriffsgeschichte, Diskursanalytik und Machtkritik nämlich. Wenn die Autoren etwa mit Foucault kritisch Haltung beziehen zu "Gouvernementalität", "Dekolonisierung" oder "Nachhaltigkeit", ist das für Jungen höchst anregend, auch, da die Metaphorisierung mitunter signifikative Leere bedeutet. Noch allerhand andere blinde Flecken erhellen die Lemmata in diesem Band dem Rezensenten.
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