In "Das ist Amerika" geht Purdy daran, Bild und Rolle Amerikas in der Welt zu erkunden. Im Winter 2001 reist er nach Ägypten, Indonesien und Indien und dokumentiert die Faszination, die der amerikanische Lebensstil gerade auf junge Leute ausübt. Während Traditionen brüchig werden, erwacht bei vielen die Sehnsucht nach einer alten Ordnung, die Würde und Sinn verspricht und den Westen in seine Schranken weist. Fundamentalismus erscheint plötzlich attraktiv. Diesen Widerspruch nimmt Purdy zum Anlass, über das Selbstverständnis Amerikas und seine politische Kultur nachzudenken. Die USA als eine Nation von Einwanderern verkörpern exemplarisch das Dilemma der Moderne: Hier ist jeder ein Fremder, hier findet sich Geschichtsvergessenheit neben Toleranz und Gemeinschaftssinn, hier muss der Einzelne und die Nation immer wieder neu erfunden werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2004
Detlef Junker stellt in einer kurzen Sammelbesprechung mehrere Bücher, die sich den kontraproduktiven Aspekten der amerikanischen Politik widmen. Für den "intellektuellen Jungstar Amerikas", Jedediah Purdy, sind die USA der omnipräsente Agent der Moderne schlechthin, was notwendigerweise zu Verformung oder Zerstörung traditionaler Gesellschaften führe. Durch eben diese "hüpfe" Purdy in postmoderner Freiheit, was das Buch für den Rezensenten zwar einerseits recht anregend und geistreich gemacht habe, aber leider auch inkohärent. Purdy wolle zuviel auf einmal erklären, als dass es ihm gelinge könne, vermutet der Rezensent.
Tobias Dürr ist von der Lektüre dieses Buches euphorisiert und das ist auch nicht weiter verwunderlich, ist es doch von einem "jungen Weisen" verfasst. Mit niemand geringerem als Alexis de Tocqueville, der zweihundert Jahre zuvor die sich entwickelnde Demokratie in Amerika aus der Sicht eines Europäers analysierte, vergleicht der Rezensent den amerikanischen Publizisten Jedediah Purdy, der die Perspektive Tocquevilles für sein neues Werk umgekehrt habe: Wer in Erfahrung bringen möchte, was unter "amerikanisch" und "Amerika" heute zu verstehen sei, müsse folglich ergründen, wie Amerika und seine Bewohner "überall auf der Welt wahrgenommen würden". Und genau dieses Unternehmen habe Purdy für seine Studie gewagt, dabei immer wieder auf "Varianten desselben irritierenden Gemischs aus Bewunderung und Hass auf Amerika" stoßend, erklärt uns Dürr. Die daraus resultierende "ungeheure Verantwortung" der Amerikaner hätten diese allerdings noch nicht ausreichend zur Kenntnis genommen, befürchtet der Autor.
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