Von Michael Miersch, Josef Joffe, Henryk M. Broder und Dirk Maxeiner. Von "Antizionismus" bis "Zukunftsfähig": In dieser ebenso bissigen wie vergnüglichen Anleitung für politisch Unkorrekte sind alphabetisch alle Begriffe und Floskeln aufgeführt, mit denen wir tagtäglich davon abgelenkt werden, selber zu denken. "Wenn in Deutschland einer einen guten politischen Witz macht, sitzt die halbe Nation auf dem Sofa und nimmt es demjenigen übel." Kurt Tucholskys Beobachtung über die politische Kultur hierzulande gilt immer noch, nur heißt sie jetzt "political correctness". Wie ein Grauschleier legt sie sich über alle Diskussionen, verhindert klare und präzise Benennungen. Wer könnte besser dagegen angehen als Josef Joffe, dessen Leitartikel in der "Zeit" Pflichtlektüre für alle unabhängigen Köpfe ist, die Bestsellerautoren Michael Miersch und Dirk Maxeiner ("Lexikon der Öko-Irrtümer"), die den Gutmenschen so gerne ihr Spiel verderben, oder Henryk M. Broder, der Ruhestörer vom Dienst beim "Spiegel"?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2007
Julia Voss hat sich amüsiert mit diesem Buch und damit wohl an der Intention der Autoren vorbeigelesen. Doch wenn sich vier vielschreibende Journalisten großer deutscher Blätter (Zeit, Spiegel und Welt) als "Außenseiter der öffentlichen Meinung" präsentieren wollen, steigt die Rezensentin aus. Oder sie fahndet im alphabetischen Glossar zum politisch unkorrekten Denken nach weiteren Widersprüchen. Schon das Vorwort erscheint der Rezensentin viel zu aufgeregt, die Bedrohung durch konformistische Herden hält sie für ein Märchen und führt den Nachweis, dass sowohl der Einzelne recht haben kann als auch die Mehrheit. Das Buch, so schließt Voss kichernd: Die "Ordnung der Republik nach einem Nullwort".
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