Das berühmteste russische Lied des 20. Jahrhunderts, wovon handelt es? Ist es ein Marschlied aus dem Zweiten Weltkrieg? Ein Lied über den Aufbau des Kommunismus? Ein Liebeslied? Oder handelt das Lied von einer Odessaer Gangsterbraut, die ihre Kollegen an die Geheimpolizei verrät? Und warum zum Teufel hat so gut wie niemand im Westen je von der glamourösen Dame gehört? Warum kennt niemand ihren Namen, obwohl er so schön ist und sich außerdem leicht merken lässt: Murka. MURKA. Murka. Quer durch das 20. Jahrhundert haben Russen Lieder wie "Murka" geschrieben, gesungen und gehört. Gaunerchansons. Blatnye Pesni. Blatnjak. Lieder über schwere Jungs und leichte Mädchen, Brüche und Diebstähle, das Gefängnis, Drogen und die Liebe. Unerhörte, anarchistische Oden an die Freiheit, freche, ironische Straßenlieder, Zoten. Der russische Beamte fürchtet die Gaunerlieder traditionell wie der Teufel das Weihwasser, das Volk blieb unbeeindruckt und sang.
"Das Vibrato ist unbeschreiblich". Volker Hagedorn hat sich von Uli Hufen ein völlig unbekanntes Russland um die Ohren hauen lassen - und ist begeistert. Es ist das Russlands des Blat, jener Gaunermusik, in der Nutten und ihre Zuhälter, Säufer, Diebe und Halunken besungen werden. Als König des Blats, der sich leider schon vor dreißig Jahre totgesoffen hat, stellt uns Hagedorn Arkadij Severny vor, dessen Chansontexte den Rezensenten sehr beeindruckt haben: "Sauf mit mir Flittchen, durchgeknutscht bist Du, zerpimpert." Höchst amüsiert folgt der Rezensent also dem Autor auf seiner Reise in dieses unbekannte Musikland, von dem er nicht wusste, dass man sich danach sehen kann.
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